Fränkische Geschichten


Fränkische Geschichten


und es begab sich eines Tages...

Die Lebensgeschichte des Georg Hintervorderhuber.


Hallo werter Leser dieser Zeilen, zum Schluss dieser HP,
habe ich hier noch eine Fränkische Geschichte für Sie.
Die Geschichte beginnt im Jahr 1939.

Im Jahre 2000 lernte ich Georg Hintervorderhuber kennen.(Name wurde von mir gändert)
Georg war ein echter Franke.

Er erzählte mir seine Lebensgeschichte, mit der Bitte
ich möchte seine Memoiren veröffentlichen.
Im Jahre 2002 starb Georg und am Krankenbett da versprach ich ihm,
seine Geschichte zu schreiben.

Nachfolgend seine Lebensgeschichte.



Die Lebensgeschichte des Georg Hintervorderhuber.

Es war ein wunderschöner Sommertag des Jahres 1939
Deutsches Historisches Museum Berlin

1939
als Konrad der Maurer seine vollbusige Verlobte Margarethe ehelichte.
Der Grund dieser Heirat war ich Georg Hintervorderhuber,
denn Margarethe war schwanger und zwar mit mir,
dem einzigen Kind das sie in Ihren langen Leben zeugten.
Das ganze geschah in Fürth im schönen Frankenland.
Fürth/Bay.
Mein Vater kam aus einen kleinen Bauerndorf in der Nähe von Schwabach.
Er war das jüngste von insgesamt 9 Kindern.
Seine Eltern waren reiche Bauern.

Meine Mutter kam aus einem kleinen Dorf Nähe Treuchtlingen in Mittelfranken.
Ihre Eltern hatten eine kleine Landwirtschaft und eine Schneiderei.
Im Jahre 1940 erblickte ich in einen Fürther Krankenhaus das Licht der Welt,
1940

Man gab mir den Namen Georg.

Am Anfang wohnten wir (meine Eltern und ich) in Fürth ,
nicht weit vom Hauptbahnhof entfernt.
Wenig später nach meiner Geburt musste mein Erzeuger zum Militär
und anschliessend an die Front.
Es war die Zeit des 2. Weltkriegs.
Deshalb entschloss sich meine Mama mit mir zu ihren Eltern zu ziehen,
auf dem Lande war man sicherer vor den Bombenangriffen.

Sie löste die Wohnung auf und so wollte es das Schicksal
das ich bei meinen Grosseltern aufwuchs
und bis zum 5.Lebensjahr ohne Vater.
Finanziel ging es Opa und Oma solala,
die Schneiderei war die einzige gute Einnahmequelle,
die Landwirtschaft gab nicht viel her,
2 Ziegen ein paar Hühner ein Schwein, ein Acker und ein kleiner Wald
das wars schon.

Meine Mutter hatte noch 2 Geschwister namens Paul und Pauline.
Sie wohnten auch im Haus.
Mein Onkel Paul half seinen Vater in der Schneiderei.
Mein Opa war ein kleines mickriges Männchen mit einen Schnurrbart
den er ständig streichelte
und zurecht rückte.
Im Dorf und weit darüber hinaus war er sehr beliebt wegen seiner Schneiderei.
Opa besass z.B. die Fähigkeit das er Leuten die einen Buckel hatten ,
einen Anzug fertigte, so dass man diesen Buckel nicht mehr sah.
Meine Tante Pauline und meine Mutter halfen im Haus und in der Landwirtschaft.
Meine Oma war immer kränklich, sie konnte fast nicht laufen.
Dauernd war sie am jammern und am stöhnen
der kurze Weg vom Haus zum Stall machte ihr schon zu schaffen.
Sie drängte immer das sie zum Arzt müsse denn Tabletten würden ihr bestimmmt helfen.
Pauline ging mit ihr öfters zum Hausarzt, der verschrieb Oma auch Tabletten.
Als meine Grossmutter dann in den Folgetagen die Arznei einnahm
und sie spürte keine Besserung,
dann nahm sie gar keine mehr.
Mir wird es davon nur schwindelig mir wird es von den Tabletten schlecht
ich habe das Gefühl das ich nur noch schwebe,
so war sie nach der Arzneieinahme ständig am jammern und am schimpfen
und es dauerte nicht lange da warf sie die Arznei weg.
Nach einigen Monaten war Omi aber schon wieder am trängeln ,
dass sie zum Arzt müsse und sie bräuchte unbedingt Hilfe.
Also fasste sich Pauline ein Herz ging mir ihrer Mutter zum Doktor
und wieder zuhause angekommen
begann das selbe Spiel von vorne.

Mein Grossvater verwaltete das Geld,
er versteckte es alle paar Tage in einen anderen Raum.
Man wusste nie ob man reich war oder arm.
Wenn was benötigt wurde an Lebensmitteln etc.
dann musste man erst den Chef höchstpersönlich fragen und der überzeugte sich höchstpersönlich ob man diesen Artikel auch wirklich brauchte oder nicht
und dann genehmigte er immer nur die kleinsten Mengen die es zu kaufen gab.
Wenn er dann das Geld holte
durfte keiner zusehen in welchen Raum er das Geld bunkerte.
Was man heutzutage einen Tante Emmaladen nennt, dass war damals gang und gebe es gab noch keine Supermärkte.
Zum Milchholen musste man ein Gefäss mitbringen.
Bei Mehl, Zucker, Griess etc. öffnete der Lebensmittelhändler ein Schubfach an der Rückwand des Ladens
(aussen an diesen Schubfächern waren Emailschilder angebracht auf denen der Inhalt zu lesen war)
und mit einem kleinen Schäufelchen gab dann der Händler die gewünschte Menge in eine Papiertüte.

In den Gaststätten gab es noch Gassenschänken, man brachte von zuhause einen leeren Masskrug mit,
und läutete an der Gassenschänke
daraufhin öffnete der Wirt ein kleines Fenster
nahm den Krug füllte diesen mit Bier und dann ging man wieder nach Hause
um es dort im heimischen Kreis zu geniessen.
Die Kinder wurden öfters geschickt um Bier zu holen.
Auf dem Nachhauseweg konnte man meistens der Versuchung nicht wiederstehen
und man nahm einen Schluck.
Bei einem grösseren Schluck bemerkte man das natürlich zuhause das da nicht so gut eingeschenkt war.
Die Kinder gaben als erstes den Wirt die Schuld das der mogelte,
aber ein Blick der strengen Eltern genügte und man gab dann klein bei.

Jeden Sonn und Feiertag ging Grossvater in den Nachbarort ins Wirtshaus zum Kartenspielen.
Dort trank er ein paar Bierchen und rauchte die dicksten Zigarren.
Das muss sein so beteuerte er jedesmal , so gewinnt man Kunden.
Aber betrunken kam er nie nach Hause.

Sein Sohn mein Onkel Paul war ein armer Mann, er erhielt nur wenig Lohn
und nur durch Trinkgeld von der Kundschaft konnte er seinen Lohn etwas aufbessern.
Durstig war er immer, im Sommer sah man ihn öfters auf einer Bank hintern Haus sitzen
mit einer Flasche Bier in der Hand.
Wenn er Zigaretten kaufte , dann nur einzeln( das gab es damals noch) oder wenn es ihm ganz gut ging dann kaufte er eine 3 er Packung. Die Zeiten waren nicht die besten, nur gut das im Stall auch immer ein Schwein war.
Am Schlachttag sah man meinen Grossvater mit einen riesengrossen Stock bewaffnet
und den Metzger des Dorfes,
wie sie das arme schreiende Tier vom Stall in Richtung Scheune trieben.
Vorab immer Opa laut schreiend und mit seinen Stock wild fuchtelnd.
Man hatte den Eindruck das Opa Angst hatte, weil er gar so laut schrie,
dabei vergass er sogar seinen Schnurrbart zu streicheln.
Die damalige Schlachtmethode wäre für die Tierschützer von heute
bestimmt ein skandalöser Fall,
mich hielten sie immer fern ab vom Geschehen,
dafür ist Georg noch zu klein sagten alle.
Erst als es die Metzelsuppe gab durfte ich aus meinen Zimmer.
In das Wurstbrät für die Leberwürste mischte man noch Sauerkraut hinzu,
da verlängerte man die Masse,
es ergab mehr Würste.
Auf dem Dachboden hingen die geräucherten Sachen
und mein Opa zählte alle ! Tage nach, ob da nicht was abhanden gekommen ist.
Ich kann mich noch genau erinnern wenn mein Onkel mir ein Butterbrot strich
dann musste ich das Brot verkehrt rum halten
damit keiner sah, dass Butter drauf war.

Bald fand ich heraus wenn mich meine Mutter mich schimpfte und ich ging zu Oma oder Opa
dort wurde mir immer geholfen, die gingen dann auf meine Mama los,
wie kannst du nur den kleinen Georg schimpfen.
So wurde ich also mehr ver als erzogen. Mein Vater war weit weg im Krieg.

Ich sass viel in der Schneiderei und sah dort zu.
Was mich besonders faszinierte war das grosse Bügeleisen und die ratternde Nähmaschine.
Beim Hosenbügeln wurde auf die Bügelfalte ein feuchtes Leintuch gelegt
und als mein Onkel mit dem heissen Bügeleisen darüberfuhr
da zischte und qualmte es so richtig.
Für einen so kleinen Zwerg wie ich war es ein Erlebnis.
Ich war ein ganz dürres hageres Kind, dass sich vor allem fürchtete
und wenn jemand seine Hand erhob
dann zuckte ich zusammen, ich hatte immer Angst das ich Schläge bekommen würde,obwohl da überhaupt kein Grund bestand.
Ausserdem stotterte ich ein bisserl.

Aber zurück zur Schneiderstube :
2 - 3 mal musste die Kundschaft schon kommen bis ein Anzug fertig war.
Das begann mit dem Aussuchen des Stoffes und dem Massnehmen und dann nochmals zwischendurch eine Anprobe
das auch alles genau passte.
Es waren noch Massanzüge, fertige Konfektionsware gab es noch nicht zu kaufen.
Die kam erst Anfang bzw. Mitte der 50 er auf dem Markt.
Die Kundschaft von meinen Opi waren meistens Bauern und wenn das Kleidungsstück fertig war,
dann holte mein Onkel sein Fahrrad aus der Scheune,
mein Opa legte das vorher noch sorgfältigst gebügelte Stück über den linken Arm von Onkel Paul,
ermahnte ihn jedesmal des öfteren ja langsam zu fahren und das auch nichts verkrüppelt ankommt,
dabei strich sich Opa andauernd über seinen Schnurrbart und schaute immer gen Himmel
das da auch kein Wetter aufzieht.
Paul setzte sich aufs Rad , mit einer Hand lenkte er und im anderen Arm den er weit nach aussen streckte
lag das gute Stück
dann fuhr er los und Opa rief immer hinterher
Fahr langsam Paul pass auf.
Wenn ich mir heute einen Anzug oder ein Sakko fertig von der Stange kaufe,
dann muss ich jedesmal schmunzeln wenn ich drandenke.
Aber man schrieb damals das Jahr 1943 und da war das ganz normal.
Wenn mein Onkel Paul dann wieder nach Hause kam und er erhielt vom Bauern ein Trinkgeld,
dann sah man ihn am folgenden Wochenende immer so leicht angeheitert mit Bier und Zigaretten
entweder im Haus oder hintern Haus auf einer Bank sitzen.
Aber er war auch derjenige der immer versuchte mir etwas Essbares zukommen zu lassen.
Georg sagte er desöfteren du bist so klein und mager, ich schau schon das ich was essbares auftreibe für dich.
Staunend bedrachtete ich auch immer die grosse Dreschmaschine die 1 mal im Jahr vor der Scheune stand.
Mehrere fleissige Hände waren damit beschäftigt das Getreide zu dreschen.
Viel war es nicht was meine Grosseltern an Getreide hatten
und die Dreschmaschine gehörte einen reichen Bauern vom Dorf, der stellte sie immer kostenlos zur Verfügung.
Mein Onkel machte ihn dafür einen Anzug. So war jeden geholfen.
Aber das gewonnene Mehl langte das ganze Jahr über. Man brachte das Mehl zum Bäcker und der machte Kuchen für uns.
Wenn Pauline einen Kuchen zuhause zusammenrührte dann war es ganz normal
das man diesen zum backen zum Bäcker brachte.
Das backen beim Bäcker war kostenlos.
Ein Bauer im Dorf besass einen Lanz Bulldog mit 35 PS. Der Glühkopf musste mit einer spezielen Lötlampe vorgeheizt werden.
Anschliessend wurde der Motor mit dem Steuerrad gestartet.
Im grossen und ganzen wurden zur Feldarbeit Zugtiere verwendet.
Ochsen oder Kühe und Pferde wurden vor den Pflug gespannt.
Meine Grosseltern liehen sich immer 2 Ochsen vom Nachbarn um Feldarbeit zu verrichten.


Inzwischen schrieb man das Jahr 1945 meinen Vater kannte ich nur vom Hören sagen.
1945
Da erzählte mir eines Tages meine Grossmutter, dass sie letzte Nacht geträumt habe , dass mein Vater vom Krieg heimkommt.
Sie strahlte dabei über das ganze Gesicht und meinte Georg freu dich dein Vater kommt heute.
Ich wusste mit der ganzen freudigen Botschaft nichts anzufangen,
ich hatte ja überhaupt keine Beziehung zu meinen Vater.
Gegen abend ein jubeln und weinen, mein Vater war wirklich gekommen und zwar für immer
meine Mutter weinte und konnte das Glück ihren Mann wieder zuhaben noch gar nicht fassen.
Ich stand etwas abseits und sah ängstlich auf den grossen starken Mann um den es hier ging.
Dann kam mein Vater auf mich zu, sah mich an und meinte, ich wäre ja viel zu dünn und zu ängstlich, dass müsse sich ändern
denn er wollte einen Sohn der wie er gross und stark ist.
An diesen Abend sassen sie alle sehr lange im Wohnzimmer und mein Vater erzählte von seinen Kriegserlebnissen in Russland und in Afrika.
Wie ein Wunder Gott sei gedankt kam er ohne Kriegsverletzungen nach Hause.
Man kann hier wirklich von einen Wunder sprechen denn im 2. Weltkrieg starben über 3 Millionen Deutsche Soldaten.
Viele Sodaten kehrten heim vom Krieg denen 1 Arm oder beide Beinen fehlten.
Die nächsten Tage und Wochen verliefen nicht gerade super für mich,
andauernd versuchte Konrad mein Erzeuger, mich zu erziehen.
An vielen hatte er was auszusetzen und ich fand das wirklich blöd.
Eines Tages entschloss er sich mit seiner Gattin und mit mir, nach Nürnberg zu ziehen
da sind die beruflichen Chancen als Maurer besser sagte er und ausserdem wäre es vernünftiger
wenn ich in einer Grossstadt in die Schule gehen würde als hier auf diesen Bauerndorf.
So kam der Tag des Abschiedsnehmens von den so lieben Grosseltern von Onkel Paul und Tante Pauline.
Ich heulte und lief davon ich wollte unter gar keinen Umständen von hier fort.
Mein Vater suchte mich im ganzen Dorf und als er mich gefunden hatte schlug er mich
und brüllte überall rum was er für einen verzogenen Jungen habe.
Das war das erstemal in meinen Leben das mich jemand schlug,
meine Mutter meinte das wäre schon längst nötig gewesen.
Daraufhin war ich sehr endtäuscht für mich fiel eine Welt zusammen , die eigene Mutter war gegen mich.

Wir zogen also nach Nürnberg und zwar an den Stadtrand.
Stadt Nürnberg
Mein Erzeuger bekam Arbeit als Maurer, es gab sehr viel Arbeit, der Krieg hatte seine Spuren hinterlassen.
Manchmal arbeitete er auch Samstag und Sonntag. Das nennt man heute Schwarzarbeit.
Aber damals fragte kein Mensch danach jeder war froh das er wieder ein Dach über den Kopf hatte.
Konrad war 100% genau in seinen Beruf.
Er erlernte so nebenbei auch noch das Verputzen und Stucken.
Das sprach sich herum fast ein jeder hatte Kriegschäden in der Wohnung.
Mein Vater war zu dieser Zeit ein vielgefragter Mann. Von weit her kamen die Leute und baten ihn um seine Dienste.
Da war es an der Tagesordnung das Konrad alle Tage nach Feierabend bei privaten Leuten noch weiterarbeitete.
Nürnberg war sehr zerbombt überall sah man Ruinen und eingestürzte Häuser.
Es begann die Zeit des Wiederaufbaus und alle halfen mit, selbst Kinder sah man wie sie Steine wegtrugen und mit aufräumten.
Der Hunger war das grösste Problem in der Nachkriegszeit keiner hatte genügend zu essen.
Die Nachkriegszeit in Deutschland war gekennzeichnet durch eine katastrophale Ernährungslage.
Die Leute bekamen Lebensmittelkarten, dass waren Gutscheine für Fleisch Brot und Nahrungsmittel.
Lebensmittelkarten

Aber man musste diese Gutscheine einteilen sonst hatte man in der mitte des Monats nichts mehr zum essen.
Diese Gutscheine wurden untereinander auch getauscht wenn jemand Feischmarken übrighatte und ein anderer Brotmarken
so tauschte man diese Scheine um.
Vor den Geschäften standen die Leute Schlange wenn es mal was Essbares gab.
Es war an der Tagesordnung das man zum Bauern aufs Land fuhr um zu betteln,
aber die Bauern hatten ja auch nichts im Überfluss.
Oder man tauschte Sachen gegen Essbares. Der Schwarzhandel blühte in Deutschland.
Die Reichsmark dass war die aktuelle Währung , die war überhaupt nichts mehr wert.
Viele Artikel für den täglichen Gebrauchs kosteten Millionen von Reichsmark.

Meine Mutter war Hausfrau und mit meiner Erziehung beauftragt.
Sie brauchte ihr ganzes Leben nichts arbeiten.
Alle morgen wenn mein Vater zur Arbeit fuhr, sagte er zu seiner Frau
"Wenn der Georg nicht folgt, dann sag mir das heute abend,
dann bekommt er Prügel.
Kein Wunder also das ich noch mehr ängstlicher wurde wie ich es bis jetzt schon war.

Zu dem neuen Wohnort in Nürnberg wäre zu sagen das es sich um ein primitives Mietshaus handelte,
die Wohnungstrennwände waren aus Holz so dass man alles durchhörte .
Aber das störte damals keinen Menschen durch die Armut bedingt rückte man näher zusammen, es gab noch kein Fernsehen.
Ein paarmal in der Woche trafen sich die Mieter um zu plaudern.
Spiele wie "Mensch ärgere dich nicht" oder das Kartenspiel "66" waren begehrte Spiele.
Wenn sich die Frauen alleine trafen dann wurde gestrickt oder gehäckelt.
Jeder wusste von jeden (fast) alles und so störte es überhaupt nicht das man den Nachbarn seinen Geräuschpegel mit anhören musste.
Es wurde auch untereinander Lebensmitteln getauscht, wenn dem einen was fehlte das bekam er vom Nachbarn und umgekehrt.

Wir wohnten im 1. Stock.
Im Haus wohnten noch 3 Mietsparteien und die Hausfrau, die stammte vom Bayrischen Wald und war eine grosse resulute Frau.
Wenn ihr was nicht in den Kram passte, dann schrie sie auf der Strasse lauthals, so das es jeder hören musste.
Mit mir konnte sie es aber ganz besonders gut, ich war ihr Liebling.
Ich musste ihr des öfteren ein Bussy auf die Wange geben das gefiel mir überhaupt nicht
und ich ging ihr wenn es möglich war aus dem Weg. Welchen Jungen mit knapp 6 Jahren gefällt es schon ,
einer (alten) Dame ein Bussy zu geben.
Das ich mich aber vor ihren Dackel Waldi fürchtete, dass ging ihr nie in den Kopf.
Georg sagte sie immer mit ernster Mine, wie kann man sich nur vor einen Hund fürchten.
Aber ich hatte Angst vor jeden Hund ob gross oder klein ganz egal.
Bei meinen Grosseltern hielt man ausser Ziegen Schwein und Hühner keine Tiere.
Für einen Hund hatte man keine Zeit und kein Interesse. Der hätte nur Futter gekostet
und nichts eingebracht.
Vieleicht wäre es besser gewesen wenn ich mit einen Hund aufgewachsen wäre.

In der Küche unserer Mietwohnung gab es kein fliessendes Wasser,
wenn man welches benötigte dann musste man mit einen Gefäss in die hinterste Ecke des Ganges gehen,
dort befand sich ein Wasserhahn und ein Ausguss.
Alle Parteien des Hauses mussten dort ihr Wasser holen bzw. entsorgen.
Nur die Hausfrau hatte eigene Wasserhähne in der Wohnung.
Die Toiletten befanden sich ausserhalb des Hauses im Hinterhof.
Es handelte sich um Trockenclos, das waren 3 Holzhäuschen. 2 davon gehörten den Mietern und eines der Hausfrau.
Das Häuschen von der Hausfrau war immer abgesperrt, da durfte keiner rein nur sie.
Toilettenpapier gabs auch nicht,
dafür lagen auseinandergeschnittene Zeitungen umher.
Da in den Zeitungen manchmal ein Gschmarri steht,
glaub ich das der Ausdruck
"Arschgschmarri"
aus der Zeit stammt(oder auch nicht).
Wehe wenn es mal schnell gehen musste dann gings im Laufschritt ( 100 m in 10sec.)
in Richtung Hinterhof der erste Gedanke war hoffentlich ist ein Sch...haus frei.

Ein Bad gab es auch nicht wenn man baden wollte dann entweder in der Küche oder im Waschhaus.
Zuerst wurde Wasser am Kohleofen erhitzt, dann leerte man das heisse Wasser in eine Wanne,
die war so klein das man sich nicht setzen konnte, man wusch sich im stehen.

Manchmal ärgerte sich die Hausfrau über unseren langen Familiennamen.
Wenn sie schlechter Laune war dann meckerte sie, ihr blöder langer Familienname
der verunstaltet das Glockenschild und den Briefkasten.
Der eine Mieter hiess Bauer der andere Karl und Wild
die Hausfrau hiess Klausner.
Sie mit ihren blöden langen Hintervorderhuber sagte sie öfters.
Da wurde Konrad Fuchsteufelswild, dass ist ein echter Fränkischer Name konterte er zurück und liess seine Maurermuskeln spielen.
Mein Erzeuger ging dann her und schrieb auf dem Briefkasten und auf das Glockenschild

"Konrad und Margarete Hintervorderhuber"
daraufhin war sie längere Zeit überhaupt nicht anzusprechen.
An der Wohnungseingangstüre war eine Klingel angebracht. Es war ein kleiner silberfarbener Schlüssel
den musste man drehen dann enstand ein helles Schnarrgeräusch.

In der Nachkriegszeit fuhren viele Lastwagen mit Holzvergaser.
Holz war billiger als Benzin.
So ein Fahrzeug hatte einen Holzvergaserkessel, dieser musste öfters unterwegs mit Holz nachgefüllt werden.
Dieser Kessel war aussen am LKW hinterhalb des Führerhauses angebracht.
Das ganze sah aus wie ein Auto mit einen Kamin.
Auch kam es vor das bei Steigungen alle Mann von Bord mussten, so dass wenigstens der LKW alleine die Bergstrecke bewältigte.


Es war ein Septembertag des Jahres 1946 als ich eingeschult wurde.
1946
Das Schulgebäude war eine Holzbaracke.
Meine Tante Pauline und mein Onkel Paul kamen nach Nürnberg um dabei zu sein bei meinen ersten Schultag.
Mein Onkel hatte ein kleines Köfferchen dabei und ich freute mich schon riesig auf mein Geschenk,
ich sagte immer wieder Onkel danke Onkel dankeschön,
aber als er das Köfferchen öffnete und ich sah nur einige Kopf Rotkohl drinn liegen, da war ich schon endtäuscht.
Da fielen dem 6 jährigen Georg Hintervorderhuber die Kinnladen runter.
Meine Mutter freute sich natürlich über das Gemüse, aber das verstand ich nicht.
Ich bekam eine Schultüte in der fast nichts drinn war und begab mich mit Onkel Tante und meiner Mutter zu Schule.
Es wurde von Seiten der Eltern der grosse Fehler gemacht, dass man den Kindern einbleute das die Schule kein Honiglecken sei
und die Lehrkräfte die teilen Schläge aus wenn man nicht artig und brav sei.
Das stimmte zwar mit den Schlägen von Seiten der Lehrer,
aber man hätte das nicht den Kindern im Vorschulalter dauernt erzählen müssen.
So quasi zuhause werden wir mit dir nicht fertig, der Lehrer wird dir schon Zucht und Ordnung beibringen.
Kein wunder das die Schüler der 1. Volksschulklasse an ihren ersten Schultag verschüchtert und ängstlich wirkten.
Vor dem Schulgebäude waren alle Erstklässler schon versammelt als wir dort eintrafen.
Mein Opa hat mir eine neue Hose für den Schulanfang geschneidert.
Viele der Kinder hatten nicht mal Strümpfe an oder ärmliche Kleidung.
Man darf nicht vergessen das 1945 der 2. Weltkrieg zu Ende ging.
Von Wohlstand war da 1 Jahr später noch nichts zu spüren.
Viele meiner Klassenkameraden hatten Läuse am Kopf die wurden regelmässig entlaust.
An der Büchertasche der Schüler hingen ein Schwamm und 1 Griffel und eine kleine Tafel aus Schiefer.
Darauf konnte man schreiben.
Der grosse Vorteil es konnte mittels vom Schwamm auch alles wieder gelöscht werden.

Dann kamen die Lehrkräfte.
Die Eltern und Begleitpersonen mussten in respektvollen Abstand gehen.
Wir Kinder wurden alle namentlich aufgerufen und in 2 er Reihen gingen wir (Mädchen und Knaben getrennt) in die Schule.
Selbst bei diesen Holzbau sah man noch Kriegsschäden.
Die Schulklassen waren noch getrennt es gab Knaben und Mädchenklassen.
Als ich das erstemal meinen Klassenraum betrat
und ich die vielen Bänke und Tische sah(die waren alle aus einen Stück) und man nannte das ein Pult,
da war ich tief beeindruckt.
Zwei Schüler teilten sich so ein Pult.
Am Tisch war ein Tintenfass eingelassen, aber ohne Tinte es war nur integriert.
Schulhefte, Tinte und Federhalter zum schreiben das kam erst später.

Etwas ängstlich und fremd sah ich mich um, da betrat eine junge Lehrerin den Raum und lächelte uns an.
Da war alle Angst wie weggeblasen.
Die Lehrerin fragte jeden nach seinen Namen und teilte uns ein, wo und mit wem jeder zu sitzen hatte.
Die kleinen mussten vorne sitzen und die grösseren hinten.
In der letzen Reihe unterhielten sich während des Unterichts 2 Schüler ohne auf das zu hören was die Lehrerin sagte.
Da ging sie nach hinten und schlug mit ihren Zeigestock aufs Pult.
Die beiden erschraken sehr, aber sie verstanden auch , dass sie hier in der Schule und nicht am Spielplatz waren.
Das erste was wir lernen mussten war, dass war die Begrüssung einer Lehrkraft wenn diese in das Klassenzimmer trat.
Wenn also unsere Lehrerin am Morgen ins Klassenzimmer kam,
dann mussten wir alle gleichzeitig aufstehen und gemeinsam wie aus der Pistole sagten wir

GUTEN MORGEN FRÄULEIN

das wurde solange geübt bis es sass.

Wieder zuhause angekommmen strahlte ich und erzählte gleich wie gut mir es in der Schule gefiel.

Von den Amerikanern bekamen wir täglich in der Schule die sogenannte Quäkerspeise,
dass war eine Schulspeisung vom Sozialfond der Amis.
Das entlastete den Geldbeutel der Eltern und wir Kinder hatten wenigstens 1 mal am Tag was richtiges zum essen.

Mühevoll lernte man in der Schule das ABC
als erstes das A und dann das B und dann das kleine a und das kleine b usw.
man gab sich noch richtig Mühe mit uns kleinen Zwergen um uns das schreiben und das lesen beizubringen.
Das B z.B. das lernte man folgendermassen
"zuerst ein Längsstrich dann ein kleiner Bauch, dann ein grosser Bauch das ist das B.
Dieses B nannte man weiches B.
Das P war das harte P.
Das D war das weiche D
Das T war das harte T.
Das ß war das scharfe ß.
Auf Schönschrift achtete man ganz besonders.
Wie gesagt das Fräulein , so nannte man die Lehrerin die war sehr freundlich und nett zu uns.
Das erste Zeugnis das ich erhielt war nicht schlecht da las man noch Noten 1 und 2.
Aber in den Folgejahren sah das schon wesentlich schlechter aus.1 und 2. Nur in Religion war noch die 1 zu lesen. Alle anderen Benotungen auweiha.1 und 2. Aber das mit den schlechten Noten hatte seine Gründe
1. hatte ich das rothaarige Fräulein nur ein Schuljahr (mit der verstand ich mich blendend, vielleicht wegen ihrer roten Haare) 1 und 2. und 2. merkten meine Klassenkameraden bald,dass ich so schwach und ängstlich war
ich machte nirgends mit bei den Streichen und Spielen, ich blieb die meiste Zeit alleine.
Was wollte man auch mit einen Schwächling.
So ab und zu hatte ich mal einen Freund aber nie lange.
In der Schule wenn ich wirklich einmal eine gute Arbeit schrieb, dann schmierten die Klassenstärksten in meinen Heft rum
sobald der Lehrer draussen war.
Die Lehrkräfte teilten noch Schläge aus, eine weitverbreitete Methode war 5-10 mal mit einen Rohrstock über die Handinnenfläche.
In der 8. Volkschulklasse bekam ich mal einen Schlag ins Gesicht so das ich umfiel.
Da wurde der Lehrer aber auch blass, da hatte er doch Angst als er mich so am Boden liegen sah.
Eines Tages bekamen wir Tinte, Federhalter und Schulhefte.
Die Schiefertafel behielten wir noch eine ganze Weile da schrieben wir immer drauf was wir an Hausaufgaben zu machen hatten.
Beim eintauchen des Federhalters in die Tinte musste man achtgeben,
dass man ins Heft keine Tintenklekse machte.
Jeder hatte ein Fliesblatt das wurde auf die fertiggeschriebene Seite gelegt und die Tinte getrocknet.
Wenn die Feder beim schreiben schmierte dann versuchten wir mit den Fingern die Feder zu reinigen.
Nach Schulschluss hatten wir meistens blaue Finger von der Tinte.

Ich weiss nicht mehr in welcher Klasse es war, da konnte man sich freiwillig melden zum Englischuntericht.
Englisch war noch kein Pflichtfach.
Die erste Zeit lernte ich noch ganz fleissig , aber dann kam plötzlich bei mir ein Desinteresse
(heute nennt man es Nullbock).
Als die Lehrerin mich was fragte , sagte ich zu ihr "Kiss me Bakside"
da sah man plötzlich eine hochrote explosive wild um sich schreiende Person,
die im ersten Augenblick nicht wusste was sie überhaupt mit mir machen sollte.
Aaaber sie entschied sich als 1. den Weg zum Rektor.
Der entschied das Georg Hintervorderhuber nie mehr in den Englischunterricht darf.
2. und das war noch viel schlimmer
sie kam noch am selben Abend zu meinen Eltern nach Hause.
Konrad mein Erzeuger hatte an diesen Tag nicht gerade die beste Laune irgendwas musste in der Firma fehlgelaufen sein
(vieleicht mauerte er eine schiefe Wand) auf jedenfall als die Lehrkraft draussen war gings drinnen erst so richtig los.
Da liess er seine ganze Wut an mir aus.

In den Jahren vor 1948 ging es keinen so richtig gut, mein Vater verdiente zwar gut
und ab und zu wenn er mal bei den Amerikanern arbeitete,
dann brachte er was feines zum Essen mit nach Hause.
Aber es fehlte uns Kindern an so vielen wie z.B. an frischen Obst und so wichtigen Vitaminen.
Vor lauter Hunger assen wir Kinder von den Wiesen Sauerampfer. Das macht heute keiner mehr.
Ist auch gut so das sich die Zeiten geändert haben.

Ein Klassenkamerad namens Wolfgang, dem seine Mutter ging mit einen Amerikaner.
Dieser Klassenkamerad brachte mal ! 3 ! Orangen mit in die Schule.
Eine Orange ass er selbst ,
eine teilte er mit seinen Freunden
und eine gab er dem Lehrer.
Der war so erstaunt das er des öfteren während des Unterrichts fragte, wo er denn diese Früchte herhabe.
Die Geschichte mit dem Freund von seiner Mutter glaubte er nicht.
Er legte die Orange auf seinen Tisch und rührte sie nicht an.
Nach Schulschluss ging er mit Wolfgang nach Hause, fragte persönlich nach , ob er auch die Orange essen darf
und nachdem die Mutter das bestätigte ass der Lehrer die Orange.

Mein Gott was für eine Zeit...

hoffentlich kommt sowas nie mehr.

Am 20. Juni 1948 war dann Währungsreform es war der Beginn der Deutschen Mark DM.
1948
40 DM bekam jeder Bundesbürger als Neustart.
Währungsreform
Jetzt hatte man wenigstens eine gute harte Währung in der Tasche.
Am nächsten Tag nach der Währungsumstellung waren alle Geschäfte wie aus Geisterhand proppenvoll mit Waren gefüllt.
Es gab wieder alles zu kaufen.

Immer mehr zog es mich in die Kirche.
Im Gotteshaus fühlte ich mich soo richtig wohl,
hier war ich kein Schwächling hier war alles anders als in der Schule und zu Hause.
Mit dem Pfarrer verstand ich mich wunderprächtig und darum wurde ich auch Ministrant
(das ist einer der dem katholischen Pfarrer bei der Ausübung des Gottesdienstes hilft).
Stolz und erhaben trug ich während der heiligen Messe mein rot weisses Gewand.
Ich läutete mit meinen Handglöckchen während der Messe und durfte das Weihrauchgefäss schwingen.
Das alles baute mich so richtig auf, ab diesen Zeitpunkt fand ich auch Freunde in der Schule.
Nur die ganz bösen Klassenkameraden wollten mich immer überreden, dass ich am Sonntag bei der hl. Messe was falsch machen sollte.
Ministrant blieb ich bis zu meinen 13.Lebensjahr.
Zuhause legte ich eine weisse Tischdecke auf den Tisch und dann zog ich ein rotes Kleid von meiner Mutter an
und zelebrierte einen Gottesdienst.
Ich betete und sang. In der mitte des Tisches lag das Gebetbuch.
Dann predigte ich und schimpfte über die Ungläubigen.
Meine Eltern waren mächtig stolz auf mich und sie gingen alle Sonntag in die Kirche.
Auch meine Grosseltern waren begeistert als sie erfuhren das ihr Enkel Georg ein Christliches Kind war.
Alle Ver und Bekannten sagten der Georg wird mal Pfarrer.
Daran zweifelte keiner, nur mein Lehrer als er meine schuligen Leistungen sah, sagte :
der Georg wird nie ein Pfarrer, niemals.
Aber in Religion hatte ich immer eine 1.

Die Nachbarn waren reiche Bauersleute und wenn mich die Bäuerin sah wie dürr und mager ich war,
dann steckte sie mir mal ein Wurstbrot zu,
iss, dass ist für dich Georg , dass darfst du alleine essen, sagte sie dann immer
und sah mich ganz lieb an, Sie sah dann aus wie Elsa die Kuh.

In der Schule mussten wir Kartoffelkäfer suchen.
Eine ganze Klasse wurde eingeteilt und wir gingen raus auf die Kartoffeläcker und suchten diese Schädlinge,
wir taten sie in ein Glas und irgenwie wurden dann diese Käfer entsorgt.
Dafür bekamen wir vom Bauern auch eine geräucherte Wurst.
Das war für uns wie 7 Tage Urlaub im Himmel.
Zu dieser Zeit eine Wurst, dass bekam man nicht alle Tage.

Wir Kinder sammelten auch Kupfer und Alteisen und brachten das zum Alteisenhändler,
dafür gabs dann auch ein paar Mark.
Da war noch ein paar Häuser weiter eine rothaarige Frau
sie hatte einen Farbigen US Soldaten als Freund.
An mir hatte sie einen Narren gefressen wenn sie mich sah da rief sie Jonny (ich war bei ihr nur der Jonny)
komm mal bitte.
Da gab sie mir Geld ich musste (durfte) für sie einkaufen.
Du bist der einzige der immer sauber angezogen ist ,du bist nie dreckig sagte sie öfters.
Wenn ich von der Einkaufstour zurückkam, da bekam ich 10 Pfennige Trinkgeld.
Das war für die Zeit damals viel Geld dafür bekam man eine Tüte Bonbon.
Meine Mutter sah das nicht gerne das ich, wie sie immer sagte, "Für soo eine" einkaufen ging,
aber das Trinkgeld reizte natürlich mehr.
Zu der Zeit stempelte man Frauen die mit Amerikanern oder mit Farbigen gingen ab.
Man hielt von diesen Frauen nicht viel.
Vielleicht war es auch der Neid , denn diese Frauen hatten immer was zum Essen , sie mussten keine Not leiden

Alle meine Freunde lernten Schwimmen Radfahren usw. nur meine Mutter sagte immer Georg das ist doch nichts für dich,
dafür bist du viel zu schwach und zu ängstlich.
Eines Tages brachte Konrad mein Vater ein gebrauchtes Fahrrad mit nach Hause.
Das ist für dich mein Sohn sagte er , aber ich sah ihn staunend an, denn was wollte ich mit dem Rad,
ich konnte ja nicht fahren.
Ein Junge aus der Nachbarschaft dessen Vater einen Kiosk in der Nähe des Schulhauses besass ,
erbarmte sich meiner und lernte mir das Radfahren.
Zusammen mit seinen Bruder brachten sie mir das fahren bei.
Überglücklich kam ich eines Tages nach Hause und strahlte übers ganze Gesicht, als ich meinen Eltern erklärte,
dass ich jetzt Radfahren kann.
An einem Sonntag nachmittag fuhr ich dann immer die selbe Strecke 200 meter geradeaus dann eine unübersichtliche Kurve
und dann gings ganz toll bergab.
Das machte mir so richtig Spass, bis dann aufeinmal in dieser unübersichtlichen Kurve der Nachbar mit seinen Rad entgegenkam.
Ich konnte nicht mehr bremsen und krachte voll gegen ihn.
Beide Räder waren verbogen und ich hatte ein blaues Auge.
So schob ich dann nach Hause, der Nachbar ging mit und schimpfte die ganze Zeit mit mir,denn sein Fahrrad war nagelneu.
Meine Eltern staunten nicht schlecht als sie mich mit dem blauen Auge sahen.
Wütend wurden die beiden dann auch noch, denn der Nachbar wollte ein neues Rad vom Konrad.
Sie sind Maurer brüllte der Nachbar los und verdienen gut, ich will ein neues Rad.
Das bekam er dann auch - und ich bekam eine drum Watschn. So hatte jeder was.

Konrad kaufte sich in dieser Zeit ein Motorrad, eine 125 ccm Hercules mit Sachsmotor.
Das war zu dieser Zeit eine Sensation überall wurde das Motorrad bestaunt.
Hercules

An einen Sonntag fuhren dann meine Eltern mit der Hercules nach Pommelsbrunn zu einen Arbeitskollegen meines Vaters.
Dort empfing man die beiden sehr gastfreundlich und das Bier schmeckte.
Auf der Heimfahrt musste dann der Alkohol so richtig gewirkt haben , denn sie lagen in Höhe der Stadt Hersbruck plötzlich auf der Strasse.
Gott sei Dank ist keinen was passiert.
Etwas nüchterner vom Schreck fuhren sie dann weiter.

3 Häuser weiter wohnte ein Strassenbahnschaffner mit seiner Frau und 3 Kinder.
Da ihre Wohnung sehr klein war musste die Tochter bei den Eltern im Schlafzimmer schlafen.
Auf dem Nachbarsgrundstück stand eine Ruine und dort zog mich eines Tages die Tochter des Trambahners hinein.
Wir müssen was ausprobieren meinte sie und wir zogen uns aus.
Ich musste mich nackt auf sie legen und nach einer Weile meinte sie das klappt nicht und wir zogen uns wieder an.
Für mich war das ganze unverständlich, als Kind war das damals noch kein Thema.
Aber die kleine Susanne muss im elterlichen Schlafraum was mitbekommen haben.
In der Zwischenzeit wird Susanne schon einen gefunden haben wo es klappt.

So vergingen die Jahre und ich musste zur 1. heiligen Kommunion, dass war für mich ein wunderschönes Erlebnis
zumal ich ja sehr gläubig war.
Ich sang Marienlieder und war viel im Pfarrhaus.
Diese Atmosphäre im Pfarrhaus die nahm mich jedesmal gefangen.
Dort blühte ich so richtig auf.
Das war für mich ein heiliger Ort und die Ruhe die dort herrschte, ich war da jedesmal ein anderer Mensch.

Am Tag zu meiner Kommunion kam mein Opa und die Oma, Onkel Paul und Tante Pauline.
Meine Mutter trug Mehl zum Bäcker und der machte feinen Kuchen für uns. Opa hat mir einen wunderschönen Kommunionsanzug geschneidert (viel Stoff brauchte er ja nicht bei meiner Figur)
ich sah wirklich gut aus.
Onkel Paul brachte von den Amis Schokolade mit, für mich als Geschenk.
Das war eine Freude, Schokolade wann bekam man schon solche Köstlichkeit zu essen.
Die hebst du dir auf sagte er zu mir, nach der Kirche darfst du sie dann essen.
Stolz und erhaben ging ich in die Kirche zu meinen Ehrentag.
Es war sehr sehr feierlich. Der Herr Pfarrer lobte mich während der Predigt, da ich ja ein Ministrant war.
"Georg unser Ministrant der zu keiner hl. Messe fehlt, geht heute zur 1. heiligen Kommunion", sagte er von der Kanzel herab
und die Augen von meinen Eltern und Grosseltern von Tante und Onkel strahlten und wurden feucht.
Sie waren alle mächtig stolz auf mich.
Zuhause angekommen ass ich sofort die ganze Tafel Blockschokolade.
Das hätte ich lieber nicht machen sollen, denn mir wurde es nachher sooo schlecht, dass ich in mein Bett ging
und dort blieb ich auch den ganzen lieben langen Tag.
Wann hat man zu dieser Zeit schon mal Schokolade bekommen, genau gesagt vielleicht einmal im Jahr eine Rippe.
Meine Mama kam des öfteren ins Zimmer und konnte es gar nicht fassen das ich nix vom feinen Braten und keine Knödel mochte.
Aber mir war es nur schlecht.
So verging mein Kommunionstag.

In den Folgejahren waren meine Schulzeugnisse schlecht.
Georg ist unaufmerksam und zu zerfahren war da jedesmal in den Zeugnissen zu lesen.

In meiner Kindheit war in Nürnberg der Volksfestplatz noch an der Regerstrasse.
Wo heute das Versandhaus Quelle seinen Standort hat, bei der U-Bahnstation Eberhardshof,
dort war der Festplatz.
Von meiner Mutter bettelte ich zu dieser Zeit immer um Geld und zwar genau um 75 Pfennige. 25 & benötigte ich für eine Sardinensemmel.
Jawohl eine Sardinensemmel kostete damals 25 Pfennige und 50 & kostete der Eintritt zur Zirkusstadt Liliput.
Diese Zirkusstadt gefiel mir ganz besonders.
Zirkus Liliput

Bild Zirkus Liliput
Bevor die Vorstellung begann, da ging ich ums Zelt und schaute mir die kleinen Wohnwägen an,
ab und zu kam auch mal ein Liliputaner des Weges.
Diese kleinen Menschen haben mich restlos begeistert, vor allem die waren alle schon viel viel älter als ich
und sie waren alle noch soo klein.
Bei dem Anblick dieser Zwerge war ich also fasziniert.
Die Vorstellung selber war Klasse, was die Künstler und Artisten dort boten war internationale Spitzenklasse.
Schon am Eingang sassen einige Frauen auf einer Schaukel mit Spitzenröckchen und kleinen Schuhen und lächelten einen an.
Es waren alle ganz liebenswerte Menschen.
Wenn dann Margarethe meine Mutter mal kein Geld rausrückte,
dann lief ich zum Volksfest und ich trieb mich ausserhalb des Zirkuszeltes rum.
Diese Atmosphäre nahm mich gefangen.
In der Schule erzählte ich meinen Mitschülern von meinen Erlebnissen und nach der Schule zeigte ich ihnen die Kunststücke,
die ich bei den Liliputanern im Zirkus sah.
Neidvoll hörten sich etliche Klassenkameraden meine Geschichten an,
viele konnten sich das nicht leisten nur der Umstand das mein Erzeuger Maurer war,
verhalf mir zu solch einen !Luxus sprich 75 Pfennige.

So ab und zu und in meinen Schulferien fuhr ich mit dem Zug zu meinen Grosseltern ins Altmühltal.
Es gab noch die 3. Wagenklasse mit Holzbänken, vorne weg zog eine Dampflokomotive die mächtig qualmte.
In den Kurven sah ich zum Fenster raus um die schnaufende Lok und den weissen Rauch zu sehen.
Bei Omi und Opi verbrachte ich dann meine gesamte Ferienzeit.
Eine wunderschöne erholsame Zeit für mich.
Paul mein Onkel hatte inzwischen auch ne Freundin kennengelernt.
Ein Dienstmädchen aus Weissenburg. Sie wohnte inzwischen auch im Haus, versorgte meine Oma und bestellte den Haushalt.
Sie war zu mir sehr nett. Sie hiess Irmi.
Irmi war sehr gewand in allen Arbeiten, es ging ihr alles sehr flott von der Hand.
Nur wenn sie Geld brauchte dann musste sie ihren zukünftigen Schwiegervater, meinen Opa fragen.
Daran hatte sich nichts geändert.
Sie machte dann zwar immer ein süss-saureres Gesicht, aber was blieb ihr denn übrig, sie musste sich fügen.
Wenn Paul unter Tag mal Zeit hatte und in der kleinen Landwirtschaft half, dann nahm er mich mit.
Wenn er mit der Sense eine Wiese mähte, dann sammelte ich das Gras ein und legte es auf die Schubkarre.
Wir lachten in dieser Zeit sehr viel, es war für ihm auch eine willkommene Abwechslung vom alltäglichen Trott in der Schneiderei.
Ein bissl traurig war ich, wenn dann meine Eltern kamen um mich wieder abzuholen.
Alleine liessen sie mich nicht mit dem Zug fahren.
Oma weinte dann, wenn ich mit meinen Köfferchen ade sagte,
ihr gefiel es wenn ich da war, es war für sie, die ja fast nicht mehr laufen konnte, und immer das Haus hüten musste
eine willkommene Abwechslung.
Dann erzählte ich ihr immer das doch der Herr Pfarrer und die Kirche auf mich warten.
Im fernen Nürnberg braucht mich der liebe Gott sagte ich zu ihr,
dann lächelte sie zustimmend.

Kaum waren wir in Nürnberg angekommen musste ich schon wieder meine Schulsachen herrichten
und der normale Alltag hielt seinen Einzug.




So vergingen also die Jahre ich blieb die ganze Zeit über dürr und mager und stotterte leicht.

Ab meinen 13. Lebensjahr hat man sich so langsam Gedanken gemacht,
wegen eines Berufes für mich.
Nachdem ich so dünne Fingerchen hatte, waren viele überzeugt
das Feinmechaniker für mich das richtige wäre.
Georg mach nur keinen Maurer sagten viele zu mir, dass ist viel zu schwer für dich.
Mein Vater sagte auch immer, mein Sohn soll es einmal schöner haben wie ich,
der kommt mir nicht auf den Bau.
Nun hat Konrad mein Vater im Laufe seines Maurerlebens viele Leute kennengelernt u.a.
einen Fabrikbesitzer im Westen der Stadt Nürnberg.
Dieser Firmenchef war von den Beruflichen Fähigkeiten meines Vaters voll überzeugt,
sie sind ein 100% iger Fachmann Herr Hintervorderhuber sagte er öfters zu meinen Erzeuger.
Aber das stimmte auch, was Konrad machte, dass machte er korrekt und sauber.

Nachdem ich in der 8. Volksschulklasse mein Abschlusszeugnis in den Händen hielt
(es war ja soooo schlecht),
ausser in Religion da hatte ich immer noch eine 1,
1954
entschloss sich mein Vater das wir zu den Fabrikbesitzer fahren, wegen einer Lehrstelle für mich.
Du machst Feinmechaniker sagte er und dann fuhren wir mit der Strassenbahn in die Fabrik.
Der grosse Boss begrüsste Konrad sehr freundlich und mich musterte er dauernd mit dem linken Auge.
Das ist also ihr Sohn Georg meinte er stirnerunzelnd und mein Vater nickte
(er muss es ja wissen).
Dann kam der Moment wo der Boss mein Zeugnis sehen wollte, nachdem er das gelesen hatte,
fiel ihm sein Kinnladen runter.
Er gab uns unmissverständlich zu verstehen das ich für eine Lehrstelle bei ihm im Betrieb nicht geeignet wäre.
Wenig später stand Konrad und ich vor dem Fabriktor
und ich hatte mein blödes Zeugnis in der Hand.

Mein Sohn sagte mein Vater bestimmend, jetzt machst du einen Maurer so wie ich
und ehe ich mich versah sassen wir schon in der Strassenbahn und fuhren zur Maurerfirma wo Konrad beschäftigt war.

Im Büro sass ein hageres Männlein der sich immerzu die Hände rieb so als ob er frieren würde
und dabei lächelte er süss sauer.
Konrad sagte zu mir das ist der Juniorchef.
Fast hätte ich lachen müssen wegen der Witzfigur
aber da viel mir mein Zeugnis wieder ein und ich liess es lieber bleiben.
Der Juniorchef redete auch seehr seehr laangsam, so als ob er jeden Moment einschlafen würde,
und ich dachte mir da passte eigentlich rein in den Betrieb.
Dann sah er mich an und sagte "Geeoorg gib mir bittee dein Zeugnis:
Als ich ihm das gute Stück überliess wurde er sehr ernst und er las und las und las
als wenn das 100 Seiten wären, dann rieb er seine Hände noch schneller.
Dann sagte er
"Konrad deinen Sohn kann ich nicht gebrauchen den nimmst wieder mit".
Da wurde mein Erzeuger narrisch er schrie den Junior an :
wenn du meinen Georg nicht nimmst, dann hör ich auch auf.
Nach einigen hin und her kam dann der Senior der Firma
und er entschied, dass ich ab September 1954 eine Lehre als Mauerer bei ihm beginnen kann.

Zuhause angekommen strahlte meine Mutter über das ganze Gesicht
sie war der Meinung das ich die Lehrstelle in der Fabrik bekommen hätte.
Als sie dann die Story erfuhr wurde sie sehr nachdenklich und traurig.
Auch die Bekannten und Verwandten fanden das nicht gut. Aber was nützte das alles.

An einen sonnigen Tag im September 1954 fuhr ich mit meinen Fahrrad in Richtung Luitpoldhain zu meiner 1. Baustelle.
Ängstlich und unbeholfen suchte ich die Baubude und stellte mich vor.
Der Vorarbeiter machte mir sofort Mut und er war sehr höflich zu mir.
Die anderen meinten ich sei aber sehr mager und sie nannten mich Knocherl.
Diesen Spitznamen behielt ich für die nächsten 3 Jahre.
Ich war also der Lehrling Knocherl.
Mein Vater war zu dieser Zeit auf einer anderen Baustelle und das war gut so,
denn in den Folgejahren hatte er dauernd an meiner Arbeit was auszusetzen,
er wollte aus mir einen Supermaurer machen

(eine Empfehlung an die jüngeren Leser :
mache nie einen Lehrling im gleichen Betrieb wo dein Vater arbeitet, du bekommst keine Ruhe auch nach Feierabend zuhause nicht).
Nach einiger Zeit am Bau ging in mir ein Wandel vor, ich hatte plötzlich an der Kirche kein Interesse mehr.
Wie weggeblasen war mein Interesse zum Christlichen Glauben.
Vielleicht war das auch ganz normal.

1954 war nicht nur der Beginn meiner Lehrjahre sondern auch die Geburtsstunde des Rockn Roll.
Bei den Jugendlichen damals eine sehr beliebte Musik aus den USA.
Sänger wie Bill Haley - Chuck Berry - Elvis Presley - Pat Boone - Buddy Holly - Little Richard usw.
waren zu hören.
Bill Haley
Eine heisse Boogy Woogy Musik und getanzt wurde mit verrückten Bein und Hüftbewegungen.

Meine Mutter gab mir alle Tage wenn ich zur Arbeit ging mehrere Wurstbrote mit,
damit du nicht vom Fleisch fällst sagte sie immer und sah mich dabei traurig an.
Aber mir machte das mauern Spass ich zeigte auch Interesse.
Ein Geselle aus der Oberpfalz brachte mir ein paarmal ein Stück geräucherten Schinken mit,
der ist für dich Knocherl meinte er, iss damit du gross und kräftig wirst.
Die Angstzustände und mein Stottern waren auch wie weggeblasen
so langsam wurde was aus mir.
(und wennst verrückt wirst, meinte mein Erzeuger, Hauptsache es wird was aus dir).

Nach dem 1. Lehrjahr war man ganz zufrieden mit meinen Leistungen,
nur der Juniorchef der am Anfang schon nicht wollte das ich eine Lehre bei ihm beginne,
der kritisierte manchmal meine Arbeit, aber der Vorarbeiter sagte das passt schon
der Georg macht seine Arbeit aus und pasta.

Weder der Senior noch der Juniorchef hatte einen Führerschein.
Ein Fuhrunternehmer aus der Nachbarschaft transportierte Gerüstzeug Mörtelpfannen Werkzeug usw.
Mit einen 3 rädrigen Kleinkraftrad fuhr er von Baustelle zu Baustelle.
Erst viel später ich war schon im 3. Lehrjahr machte der Juniorchef den Führerschein.
Zuvor fuhren die beiden Chefs mit der Strassenbahn zu den einzelnen Arbeitstellen.
Freitags wurde immer der Lohn ausgezahlt.
Es gab noch kein Girokonto und keinen Monatslohn.
An den Freitagen fuhren die beiden mit einer Aktenmappe zu den Baustellen
und übergaben jeden seinen Lohn.
Eines Tages warteten wir vergebens auf die Geldüberbringer.
Sie hatten in der Tram die Tasche mit dem ganzen Geld liegenlassen,
sie haben die Geldtasche nie mehr bekommen.
Der wo sie gefunden hat konnte sich freuen, die beiden Firmenchefs waren auf dem Weg zur 1. Baustelle ,
dass heisst die Tasche war noch prall gefüllt.
Am darauffolgenden Montag erhielten wir unser Geld.
Der Juniorchef rieb sich an diesen Tag dauernt die Hände und lächelte süss sauer
und sprach vom draufzahlen
und das er in diesen Jahr nichts verdiene so gross war angeblich der Verlust
vom vergangenen Freitag.
Als ihn dann noch ein Maurer fragte, ob er denn heute kein Freibier bezahle,
da sah er rot nahm seinen Vater und weg waren sie.

Zum Thema Bier :
In der damaligen Zeit kamen alle mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit.
Diejenigen die auswärts wohnten, kamen entweder mit dem Zug oder mit extra Arbeiterbussen,
die vom Wohnort z.B. Höchstadt an der Aisch, nach Nürnberg fuhren, zur Arbeit.
Es gab zu dieser Zeit Maurer und Stukkateure die tranken so ihre 10 Flaschen Bier am Tag.

Ein Hilfsarbeiter aus der Gegend von Hersbruck kaufte sich ein gebrauchtes Moped mit 3 Gängen,
er liess sich alles genau erklären
und sagte uns, am nächsten Montag komme ich mit dem Moped zur Arbeit,
da spare ich mir das Geld für den Zug.
Am nächsten Montag warteten wir, - alle waren da -nur der Karl mit seinen Moped nicht.
Es war schon nach 10:00 Uhr als er plötzlich wild vor sich herfluchend um die Ecke bog.
Er erklärte uns lautschreiend und nervlich total am Ende,
dass dieses Fahrzeug nur 10 kmh fahre und nicht schneller.
Da erklärte sich ein Maurer bereit das selbst auszuprobieren,
setzte sich aufs Moped und fuhr los.
Mit 50 kmh fuhr er um die Baustelle und Karl war nur noch am staunen.
Da fragten wir ihn wie er denn gefahren sei und dabei stellte sich heraus
dass er nicht wusste das es 3 Gänge gab
er fuhr mit dem 1. Gang die gesamte Strecke.

Motor freu dich Karl ist da.

An einen kalten Herbsttag ich war im 2. Lehrjahr,
war ich auf einer Baustelle in der Nürnberger Innenstadt,
genaugesagt in der Tucherstrasse, die ist beim Hauptmarkt.
Mein Erzeuger war auch dabei.
Der Hilfsarbeiter war unterwegs zum Brotzeit holen, der Polier hatte mit dem Architekten zu reden,
da sagte Konrad zu mir : Georg geh in die Baubude und heize ein bissl ein,
damit wir beim Vespern nicht frieren.
Dabei erwähnte er noch so nebenbei, wenn das Feuer im Ofen nicht brennen will,
ein Benzinkanister steht auch dort - in der Ecke.
Giese "aber vorsichtig" ein bissl Benzin in den Ofen
dann brennt es bestimmt.
Ich begab mich in die Bude machte als erstes den Ofen sauber gab dann Holz rein zündete das ganze an.
Aber bei dem trüben nasskalten Wetter wollte der Kamin nicht so richtig ziehen
da fielen mir die Worte von Konrad ein
und ich sah in der Ecke den Benzinkanister stehen.
Ich machte da nicht lange rum ,ich nahm den Kanister und schüttete eine Ladung ins Feuerchen.
Da plötzlich brannte der Ofen, na siehste Georg dachte ich mir das hasste fein gemacht,
da entdeckte ich > das die Öffnung des Benzinkanister brannte.
Ich nahm den Kanister lief ins freie und warf in weit von mir weg direkt auf einen Sandhaufen.
Die Gesellen die das sahen rannten alle weg, denn man befürchtete das der Kanister explodiert.
Mein Erzeuger nannte mich alles, bloss nicht Georg.
Explodiert ist er nicht der Kanister Gott sei Dank (nur mein Vater).
Bei der Brotzeit war es sehr schön warm und alle sagten
Knocherl heute kannst Geburtstag feiern.
Mein Glück war das der Kanister mit der Öffnung genau in den Sandhaufen fiel und somit erstickte das Feuer.

Nach dieser Baustelle zogen wir weiter in die Laufer Gasse.
Dort waren wir sehr lange beschäftigt.
Eines Tages kam der Juniorchef mit einen neuen Hilfsarbeiter an.
Daaas ist der Seeepp sagte er und dann ging er zum Vorarbeiter und unterhielt sich wild diskutierend mit ihm.
Der Kapo sagte uns beim Mittagessen das der Sepp sehr fleissig sei,
nur geistig ist er -na ja meinte er - nicht so richtig auf der Höhe.
Am nächsten morgen begann dann der Sepp und er arbeitete wie ein Büffel
nix war ihm zu schwer er langte so richtig hin.
Das ist ein guter Arbeiter sagten alle.
Sepp war allerseits beliebt, doch man merkte, wenn man sich länger mit ihm unterhielt,
dass da ein paar Schrauben locker sind.
Aber das störte nicht viel denn er machte seine Arbeit.
Ich wohne in Wolkerdorf erzählte er jeden, auch wenn man ihm nicht danach fragte.
Das wusste bald die ganze Laufer Gasse, ein jeder der vorbeiging, dem erzählte er
dass er in Wolkersdorf wohnt.

Das ging gut bis eines Tages ein Helfer krank wurde
und dann hat man den Sepp dazu eingeteilt die Brotzeit einzukaufen.
Der Sepp ging also um 08:00 Uhr zu jeden hin- fragte was er den haben möchte und steckte das Geld-
das ihm jeder gab ein.
Dann sagten wir Sepp schreib dir halt auf, was jeder bekommt, dass kannst du dir doch nicht alles merken.
Ich schon - sagte er. Dann nahm er eine Schubkarre und zog los.
Habt ihr den Sepp gesehen lachten wir, der kauft mit der Schubkarre ein.

Uns sollte bald das lachen vergehen.
Punkt 09:00 Uhr gingen wir Brotzeit machen,
mitten im Raum stand der Sepp und seine Schubkarre.
Der eine wollte wissen wo denn seine Zigaretten seien, ein anderer suchte seinen Romandur
ein dritter seine Wurst ein anderer sein Wechselgeld usw. und so fort.
Jeder suchte seine bestellten Sachen und keiner fand was.
Sepp riefen wir, teil halt aus was du eingekauft hast,
da nahm er das Papier aus der Schubkarre und zum Vorschein kam ein riesengrosser Leberkäs
Da staunten wir nicht schlecht. Aber keiner von uns hatte den bestellt.
Da habt ihr für euere ganzen Kreuzerli einen Leberkas meinte er toternst.
Wir waren paff sprachlos und entsetzt, ja Sepp den haben wir doch gar nicht bestellt.
Wir beschlossen das wir mit ihm zum Metzger gingen.
Die Verkäuferin im Laden klärte uns auf. Der kam rein sagte sie, legte das Geld auf den Tisch und schrie
"Für die ganzen Kreuzerli bekomme ich Leberkäse."
Das tat die Verkäuferin.
Als der Chef der Metzgermeister uns so sah mit der Schubkarre und den Sepp,
dann entschloss er sich, den Leberkäse an den ja nichts hingekommen ist,
wieder zurückzunehmen.
Wir telefonierten mit dem Senior und Juniorchef und die verrieten uns,
dass Sepp zwar ein hervorragender Arbeiter sei, er hat aber nie schreiben und lesen gelernt.
Das erklärte natürlich viel.
In den nächsten Tagen wurde dann Sepp von uns gehänselt
wir machten uns auch Gedanken wie kommt er denn täglich mit Strassenbahn und mit dem Buss zur Arbeit
und wieder nach Hause,
er konnte doch nicht mal die Liniennummern der Omnibusse und Strassenbahnen lesen.
Wie schaffte er den Weg von und nach Wolkersdorf.

Da wurde ganz in der nähe eine neue Baustelle eingerichtet.
Als Bauwagen stand dort ein ausrangierter Bus.
Zu den einen Fenster ragte ein Ofenrohr, dass war das Abzugsrohr für den Ofen. Abends nach Feierabend wir waren auf dem Nachhauseweg
da sah ein Arbeitskollege von mir diesen Bus,
dass Ofenrohr rauchte zum Fenster raus. Da sagte der Kollege zum Sepp
"Du Sepp schau mal, der Bus dort der fährt direkt nach Wolkerdorf,
beeil dich der fährt gleich ab.
Der Sepp rannte (100 m in 8 sec) zu den Bus riss die Tür auf und schrie "fahrt ihr nach Wolkersdorf". Drinnen zogen sich die Arbeiter gerade um für den Nachhauseweg,
die staunten nicht schlecht über unseren Sepp.
Aber das war das einzigemal das wir ihm auf den Arm nahmen.
Eines Tages kam er nicht mehr zur Arbeit. Der hat sich krank gemeldet
so die Auskunft der beiden Chefs.
Nach etlichen Wochen es war ein heisser Augusttag kam Sepp mit einen Wintermantel zur Baustelle.
Ich fragte ihn : ja Sepp jetzt sag einmal warum haste denn bei deer Hitze einen Wintermantel an,
der Sepp klärte mich auf :
weisst sagte er,
ich muss zum Vertrauensarzt und in meiner Hose ist ein Loch
und das man das Loch nicht sieht habe ich einen Wintermantel drübergezogen.
Daraufhin zeigte er mir dann das Loch in der Hose.
Das war das letzemal das wir Sepp sahen, man hörte nie mehr was von ihm.
Es war ein seelenguter Kerl, arbeitete fleissig,
nur in der Schulbildung da wurde von seiten der Erzieher ein grosser Fehler gemacht. Leider.

So vergingen auch meine Lehrjahre.
Ich war regelmässig an den Wochenden im Wirtshaus anzutreffen um dort Karten zu spielen
und um ein paar Bierchen zu trinken.
Der Verdienst als Maurerlehrling war nicht schlecht
und ab und zu gabs auch mal privat was zu mauern.
In die Kirche ging ich überhaupt nicht mehr.
Am Tag meiner Gesellenprüfung kaufte mir Konrad ein Moped.
Es war ein Viktoria Avanti mit 48 ccm die Höchstgeschwindigkeit betrug 50 kmh..
Victoria Avanti

Sammlung Victoria Moped
Dieses Moped war der Nachfolger vom legendären Vicky 3 ,
dass Avanti hatte aber eine Sitzbank einen Kickstarter und Fusspedale und 3 Gänge.

Die Freude war natürlich sehr gross ich war happy
so ein tolles Geschenck meines Vaters, also ehrlich ich war von den Socken.
Stolz und erhaben fuhr ich jeden Tag dieses schöne Gefährt.

Das erste was ich nach meiner Gesellenprüfung machte,
ich suchte mir einen neuen Arbeitgeber.
Das ist besser so sagten alle,
denn hier bleibst du sonst weiterhin nur der Lehrling.
Zu dieser Zeit war die Arbeitssuche und ein Firmenwechsel überhaupt kein Problem,
wenn es einem bei der einen Firma nicht gefiel, dann ging man zur nächsten.
Arbeit gab es in Hülle und Fülle.
So kam es öfters wie einmal vor, dass jemand seinen Chef um Lohnerhöhung bat
und wenn der verneinte ging man zum nächsten Arbeitgeber der soviel bezahlte.
In einer Neubausiedlung wo mehrere Baufirmen tätig waren,
da erkundigte man sich,
was denn diese oder die andere Firma ausser den Tarif bezahle,
wenn es dort mehr gab, wechselte man sofort.
Am nächsten Tag war man schon beim neuen Arbeitgeber.
Für viele Beschäftigte in der heutigen Zeit eine grosse Illusion.


br> Am nächsten Sonntag nach 13:00 Uhr fuhr ich mit meinen Moped Avanti
in die Gastätte wo ich vor 8 Tagen schon mal war,
auf dem breiten Gehsteig vor dem Lokal fand ich fast keinen Parkplatz mehr.
An der Eingangstüre war zu lesen ab 14:00 Uhr geöffnet und "14:15 Uhr wegen Überfüllung geschlossen".
Das darf doch nicht wahr sein dachte ich, da musst das nächstemal eher dran sein.
8 Tage später kam ich dann mit rein.
In der hintersten Ecke stand eine Musikbox aus der dröhnte Musik
von Bill Haley ,Elvis Presley, Little Richard, Fats Domino usw.
Elvis Presley

Elvis Presley Bild
Ich war fasziniert so eine tolle Musik die riss mich mit,
der Rythmus erhöhte meinen Puls.
Es war die Zeit des Rockn Roll.
Bill Haley Photo
Die Gaststätte war proppenvoll.
Auf der Tanzfläche tanzten die Paare
und die Mädchen mit ihren Pettycoats wirbelten durch die Luft,
Mode der 50 er
man tanzte Rockn Roll mit Überschlag.
Ich bekam noch einen Platz, neben mir sass ein Mädchen mit einen so grossen Busen
und das Dekolleté liess sehr tief blicken,
mir schoss die Schamröte ins Gesicht ich brachte die ganze Zeit kein Wort hervor
so schüchtern war ich.

Gross in Mode für die Jugendlichen waren zweifarbige Schuhe
die unten an der Sohle mit Eisenspitzen und Eisenabsätze versehen waren.
So gab es schwarzweisse bzw. braunweisse Schuhe zu kaufen.
Meine Eltern liessen für mich von Opa eine Kombi schneidern.
Die Jugend 1955
Ausserdem kaufte mir meine Mutter Schuhe mit Luklein Kreppsohlen.


Als ich das erstemal mit dieser Kombi und den Schuhen in der Gaststätte auftauchte
da klärte man mich auf, dass ich überhaupt nicht modisch gekleidet sei.
Georg du musst als erstes deine Hose unten am Stulp enger machen lassen,
11-17 cm waren inn.
Dann brauchst du neue Schuhe, mit Kreppsohlen läuft man nicht mehr umher.
Also ging ich zu einen Schneider in Nürnberg und liess mir meine Hose,
von meinen Grossvater
liebevoll für seinen Enkel Georg geschneidert, ändern.
Dann kaufte ich mir schwarzweisse Schuhe die unten mit Eisenspitzen beschlagen waren.
Ringelsocken und eine Röhrenjeans musste auch noch her.
Die Haare wurden mit Pomade eingerieben und gekämmt.
Beliebt waren Frisuren vorne eine Welle wie Elvis oder Bill Haley.
So kreutzte ich nach ein paar Wochen wieder auf.
Diesmal hatte keiner mehr an meinen Outfit was auszusetzen.
Die Mädels trugen Petticoats.
An diesen Sonntag fuhr ich mit etlichen Jugendlichen zum Hauptbahnhof.
Jeder von uns hatte Eisenbeschlagene Schuhe an.
Auf den Fliesenboden in der Bahnhofshalle klapperte es laut,
als wir immer wieder auf und ab liefen.
Die älteren Bürger schüttelten nur mit dem Kopf und sagten, also diese Jugend
von heute.(kommt einen doch irgendwie bekannt vor).
Aber auch in der City hörte man das klappern dieser Schuhe.

Meinen Grossvater traf fast der Schlag als ich bei ihm aufkreuzte.
Immer wieder sah er meine (seine mit Liebe gemachte Hose für seinen Enkel Georg an)
der enge Stulp der hatte es ihm angetan, da kommste doch gar nicht rein,
so eng ist die, murmelte er immer wieder und dabei strich er dauernd über seinen Schnurrbart
und erst die Schuhe in 2 Farben und beim laufen das Geklapper
verursacht durch die Eisenbeschläge dass war ihm zuviel.

Mit der Zeit lernte ich in der Gaststätte auch sehr nette Freunde kennen
und einer davon hiess Herbert und er fuhr ein Rexmoped,
der wollte mich immer überreden das ich mit ihm nach Italien
und zwar an die Adria nach Rimini fahren sollte und zwar mit dem Moped.
Da war noch Charly aus Wetzendorf ,(ein Ortsteil von Nürnberg)
dem sein Vater hatte ein Friseurgeschäft.
Er erlernte im Elterlichen Betrieb auch das Friseurhandwerk.
Die ganze Kneipe liess sich von Charly die Haare schneiden.
Ich wurde dort auch Stammkunde.
Aus einen Radioempfänger dröhnte Rockn Roll Musik.
Die Kunden sassen im Friseurstuhl
Charly tanzte beineverschränkend und hüftewackelnd und schnitt dabei den Kunden die Haare.
Einen jeden der dort hingging wunderte es,
dass Charly bei derartigen Verrenkungen keinen die Kehle durchschnitt,
aber er beherschte sein Geschäft.
Charly und ich wir wurden dicke Freunde.

Dann war in der Gaststätte noch ein grosser schwarzhaariger namens Wilhelm,
der sass immer neben der Musikbox und trank nur dunkles Bockbier,
von Freundinnen wollte er nichts wissen.
Wenn die Kneipe öffnete dann kaufte er sich ein paar Flaschen Bock
und die genoss er dann bei Rockmusik.
Dort war auch regelmässig Klara anzutreffen ihr Busen war so gross wie mein Mopedtank.
Zuhause hatte sie mit ihrer Mutter enorme Schwierigkeiten.
Eines Tages traf ich sie in der Stadt und da erzählte sie mir,
dass ihre Frau Mama sie vor die Türe setzte.
Wochen später entdeckte ich Bilder von ihr in einer Tingeltangelbar.
Von ihr habe ich dann niemehr was gehört.
Da traf ich auch Philip der lebte in Sauss und Braus.
Seine Eltern waren reich und ihm fehlte es nie an Geld.
Dann machte er eine Erbschaft von 250.000,00 DM, zur damaligen Zeit eine Wahsinnssumme.
Philip bereiste daraufhin die halbe Welt er schmiss das Geld zum Fenster raus,
verjubelte es mit leichten Mädchen und als er völlig pleite war,
da tauchte er wieder auf.
Dann arbeitete er eine zeitlang als Hilfsarbeiter in einem Betrieb.
Doch das ging nicht lange gut,
die Erlebnisse in der grossen weiten Welt und nun plötzlich der Job als Helfer,
dass hat er nicht verkraftet.
Nach einiger Zeit hörte man nichts mehr von ihm.

Es gab aber auch gute Tanzlokale in denen Tanzorchester spielten.
Nicht nur Jugendliche auch die Erwachsenen waren dort anzutreffen.
Ohne Krawatte durfte man nicht hinein.
Kam man mal ohne, dann hatten die Garderobefrauen immer welche in Reserve zum verleihen.
Zu der Zeit gab es in Nürnberg ein ganz tolles Tanzlokal,
das gehörte dem Stiefvater einer berühmten Hollywoodschauspielerin.
Dann gab es ein Variteetheater
dort arbeitete ein weitläufiger Verwandter von uns als Oberkellner.
Auch ein Tanzlokal nur für Reiche und Betuchte gab es.
Wenn mal Besuch kam, dann hatte man eine grosse Auswahl um mit den Freunden auszugehen.

Beliebt, wenigstens unter den Jugendlichen waren Lokale die eigens für Amerikanische Soldaten eingerichtet wurden.
Dort spielten Kapellen Rockn Roll und Jazz.
Die Freundinnen Der US Soldaten hatten alle hellblond gefärbte Haare
und eine jede träumte vom fernen Amerika und von einer besseren Zukunft.
Viele von ihnen die mit nach US gingen, kamen endtäuscht nach Jahren wieder zurück.


Eines Tages sagte ich ja zu Herberts Vorschlag.
In ein paar Wochen habe ich Urlaub und da fahren wir nach Italien nach Rimini
sagte ich zu ihm. Herbert war begeistert.
Zuvor liessen wir unsere Mopeds noch auffrisieren ,
ein Telodovergaser und eine andere Übersetzung wurde eingebaut,
danach war die Höchstgeschwindigkeit 90 kmh.
Über die Sitzbank wurde dann noch ein weiches Kissen gespannt,
mein Freund Herbert hatte ein eigenes Zelt und so fuhren wir an einen Montagmorgen
um 02:00 Uhr bei strömenden Regen und 150 DM in der Tasche los.
Die Mopeds waren beladen mit dem Zelt und den Kochtöpfen, einen Campingkocher und was man noch so alles benötigte.

2 mal zwischen Nürnberg und München fuhr ich eine Platte,
daraufhin entschlossen wir uns in München, einen neuen Schlauch und Mantel zu kaufen.
Danach gings weiter und gegen abend waren wir am Walchensee.
Es regnete immer noch.
Mein Glück war, ich bekam von Konrad meinen Erzeuger
extra für diese Reise einen US Hubschrauberpilotenanzug geschenkt.
Der war aus einen Stück und innen warm gefüttert.
Der liess keinen Regen durch.

Am Walchensee schlugen wir unser Zelt auf und übernachteten auf einen Campingplatz.
Am nächsten Tag ging es bei Regen weiter Richtung Italien.
An der Österreichischen Grenze fragte uns ein Zollbeamter wo wir denn hin wollen,
als wir ihn sagten nach Rimini da erklärte er uns für verrückt.
Fahrts halt am Mondsee sagte er immer wieder,
ihr glaubts gar nicht wie schön es am Mondsee ist,
doch ein Blick zum Himmel und der Dauerregen hielten uns von seinen Vorschlag ab.

Am abend erreichten wir Sterzing oder Vipiteno wie es auf Italienisch heisst.
Wir waren in Italien haben den Brennerpass hinter uns gelassen es regnete immer noch.
Uns fiel auf,
dass zu dieser Zeit bereits sehr viele Holländer mit ihren Wohnwägen unterwegs waren in Richtung Italien.
Als die unser D am Moped sahen da winkten sie alle und es war ein Hallo.
Es war aber im Vergleich zu heute noch sehr ruhig auf den Strassen
und wir 2 mit unseren Mopeds fielen natürlich auf,
jedenfalls nach der Italienischen Grenze,
wer fuhr soo weit mit solch einen fahrbaren Untersatz.

Am nächsten Tag fuhren wir weiter über Brixen in Richtung Venedig.
Es regnete immer noch was der Himmel hergab,
vorbei ging es an Cortina Dampezo, dort sahen wir die Sprungschanze aus dem Nebelgrau,
denn 1956 war dort die Winterolympiade.
Danach begann eine lange nicht endenwollende Serpentinenstrasse immer bergab.
Kurz vor Venedig lachte dann zum erstenmal die Sonne.
Vergessen war das Regenwetter

Bella Italia.


Ich zog den warmen Pilotenanzug aus.
In Padua machten wir halt, denn Herbert wusste hier einen wunderbaren Campingplatz,
nur wo der genau lag das wusste er nicht.
Also fragten wir nach dem Campingplatz doch keiner verstand uns,
die einzigen Italienischen Wörter die wir kannten waren
Albergo(Gaststätte) Late(Milch) und Wurso(Wurst)
also das brachte uns zum verzweifeln.
Da hatte Herbert eine glänzende Idee
er nahm das Zelt vom Moped und zeigte es den umstehenden Leuten, aber nix capido.
Der Menschenauflauf wurde immer grösser denn da gabs was zu sehen.
Viele der umstehenden sagten Dedesco und bestaunten unser Avantimoped
nur wo der Campingplatz ist das verriet uns keiner.
Herbert wollte gerade das Zelt aufbauen da plötzlich ein si si capido.
Na Gott sei Dank.

Wir fuhren dann zum Campingplatz, vor uns ein freundlicher Italiener mit seinen Fahrrad
der uns den Weg zeigte.
Wir wurden für unsere Mühe belohnt es war ein wunderschöner Campingplatz
dort blieben wir mal 2 Tage.
Wir mussten uns ausruhen die Beine vertreten die Sonne geniessen.
Wir waren überglücklich wir waren bereits in Padua.

Eines muss ich ja sagen die Qualität dieser Mopeds war wirklich noch Deutsche Spitzenarbeit.
Der Motor schnurrte den ganzen Tag munter drauflos und trotz auffrisiern
gab es keinerlei Probleme (noch nicht)

Als wir nach der wohlverdienten Pause weiterfuhren da nahmen wir uns vor,
heute schaffen wir den Weg bis Rimini.
Überall winkten uns freundliche Menschen zu als sie unser D am Moped sahen.
Ein Bauer der auf einen Feld arbeitete lud uns zum Essen ein,
aber wir wollten unbedingt nach Rimini.
Irgendwo auf der Fahrt zur Adriaküste fuhren wir eine Tankstelle an
und der Tankwart gab uns nicht das Gemisch für 2 Taktmotor sondern normales Benzin.
Nach einer kurzen Strecke gab es bei uns beiden plötzlich Probleme mit dem Motor.
Da fiel Herbert ein, dass wir ja an der normalen Zapfsäule getankt hatten
und nicht bei der für 2 Takter.
Bei der nächsten Tankstelle kauften wir Oil und gaben es in den Tank die Mischung war aber immer noch nicht die optimale,
aber wir kamen am abend in Rimini an.
Es war ein wundervoller sonniger Tag wir hatten es geschafft,

mit einen Moped von Nürnberg nach Rimini.
Herbert sagte : ich schau jetzt 14 Tage kein Moped mehr an,
ich will mich hier so richtig erholen.

Am nächsten Abend gingen wir in eine Gaststätte und assen Spagetti.
Der Ober wollte wissen was wir zum trinken möchten,
da wählten wir Rotwein der hiess so ähnlich wie la creme Christi oder so ähnlich
(übersetzt heisst er die Schweisstropfen Christi).
Auf jedenfall fragte er wieviel, ich sagte quattro, er erstaunt quattro ?
ich si si Senore quattro.
Herbert war wirklich stolz auf mich und meine italienisch Kentnisse.
Herbert sagte ich zu ihm, quattro heisst 2 und gleich wird er 2 Gläser Wein bringen.
Dann kam er wieder der Herr Ober dabei hatte er 4 Flaschen Wein.
Jetzt klärte uns ein Gast auf, dass quattro 4 heisst und nicht 2.
Ojeh schwäre Sprake.
Aber ich sagte lassens die 4 Flaschen da die werden schon getrunken.
Aber wer schon mal diesen Wein gertunken hat, der weiss wie stark und süss der ist.
Wir nahmen 3 volle Flaschen mit zum Campingplatz, da waren mit Wein mal versorgt.

Es war eine wunderschöne Zeit damals in Rimini und wir erholten uns super.
Alle Tage Sonnenschein und weit weg vom häuslichen Umfeld
da erholten wir uns wunderbar.
Untertags badeten wir in der Adria oder lagen faul rum.
Gegen abend fuhren Autos mit Lautsprecher die Strandstrasse entlang um Reklame zu machen
für das eine oder andere Lokal.
Alle abend gingen wir zu einer Fischbraterei , dort gab es gegrillte Sardinen.
Das war eine Spezialität.

Auch das Obst war bedeutend billiger als in Deutschland.
Am Strand war ein Pizzabäcker und alle abend standen dort die Leute Schlange
um sich so eine Köstlichkeit zu kaufen.
Es war ein alter Ofen wie in die Bauern heute noch teilweise besitzen um Brot zu backen.
Das ganze roch sehr verführerisch.
Herbert freute sich ganz besonders und konnte es gar nicht mehr erwarten bis er ein Stück in seinen Händen hielt.
Als ich meine Pizza bekam und einmal reinbiss, da schmeckte mir das aufeinmal nicht mehr,
ich schenkte es einen kleinen italienischen Jungen der sich königlich freute.
In den Geschäften musste man handeln.
Herbert kaufte sich ein paar moderne Italienische Schuhe
und wir handelten den Preis runter bis wir der Meinung waren, jetzt haben wir ein Schnäppchen gemacht.
Wieder am Strand angekommen zeigten wir allen die neuen Schuhe.
Einem Italiener gefielen diese so gut, dass er auch dort hinging um sich dieselben Schuhe zu kaufen.
Als er wiederkam nannte er seinen erzielten Preis und der war weit unter unseren.
Herbert konnte es gar nicht glauben.

Desöfteren ermahnte ich meinen Freund während unseren Aufenthaltes
er möge doch bitte mal die Fahrtauglichkeit unserer Mopeds überprüfen.
Aber er hatte keine Lust.

Aber es hiess auch eines Tages wieder Abschied nehmen von der schönen Adriaküste.
Braungebrannt und bester Laune machten wir uns auf den Nachhauseweg.
Herbert entschied das wir einen anderen Weg nehmen,
wir fahren über den Gardasee und dann weiter Richtung Germany sagte er bestimmend.
Am Anfang ging es noch ganz gut mit unseren Mopeds
aber wenn dann eine grosse Steigung kam,
da tat sich der auffriesierte Motor schon schwer.
Man hat bei der Reise sehr viel abverlangt vom 48 ccm Motor.
Dazu kam noch das unser Geld immer weniger wurde.
In Riva am Gardsee assen wir seit langen wieder mal was Handfestes.
Wir konnten das Wort Spagetti schon gar nicht mehr hören.
Entlang des Gardasees standen Kinder und verkauften Orangen und Zitronen.

Kurz vor Augsburg hatten wir noch 10 & Pfennige,
wir müssen langsam, fahren ermahnte mich Herbert immer wieder, damit das Benzin reicht.
Bergab schalteten wir den Motor ab um Sprit zu sparen.
Gott sei Dank hat das Benzin bis nach Hause gereicht.
Überglücklich waren wir wieder zuhause. Konrad und Margarete waren glücklich.
Der Alltag hatte uns wieder.


Allmählich wurde mir der Beruf als Maurer doch zu schwer,
ich war immer noch ein Knocherl.
So schaute ich mich insgeheim nach einer evtl. neuen und leichteren Tätigkeit um.
Aber mit Volkschulbildung kam man nicht weit.
Eines Tages errichteten wir einen Neubau gegenüber von einen Hotel.
Es war ein nasskalter Tag mir machte die Arbeit nicht sonderlich Spass,
da sah ich so gegen 10:00 Uhr im Restaurant des Hotels, Leute beim Frühstück sitzen.
Die Herren hatten alle Anzüge an und die Damen waren nobel gekleidet.
Als ich mich so bedrachtete mit meinen Maureranzug da stand für mich fest

"Georg Hintervorderhuber"
so kann das nicht weitergehen ein neuer Beruf muss her.
Aber das sollte noch dauern.


Inzwischen hatte mein Onkel Paul seine Verlobte Irmi geheiratet.
Mit der Schneiderei ging es bergab,
was keiner für möglich hielt man konnte sich fertige Anzüge kaufen.
Alle fuhren nach Nürnberg und kauften sich Konfektionsware.
Zum Schneidermeister kamen die Dorfbewohner nur noch,
wenn das fertiggekaufte Kleidungsstück zu lang war.
Aus der Schneiderei wurde eine Änderungsschneiderei.

Paul suchte sich einen Job in einer Fabrik.
Dort arbeitete auch seine Frau Irmi als Kantinenhilfe.
Mein Opa wurde immer kränker und eines Tages starb er an Atemnot.

Dann begann das grosse suchen nach den Geldverstecken meines Grossvaters.
In einem Schränkchen wurde man fündig, es war nicht viel es langte gerade so zur Beerdigung.
Meine Oma verkraftete das nicht das plötzliche Alleinsein und sie verstarb wenig später.
So bewohnten Paul und Irmi das Häuschen alleine.
Paul hatte immer noch grossen Durst,
vom Verdienst in der Fabrik konnte er öfters mal ins Wirtshaus gehen.
Eines Tages schrieb mir die Nachbarin einen Brief, darin erzählte sie
das Paul und Irmi einen 6 er im Lotto hatten.
Mir persönlich und auch meinen Eltern sagten die beiden nie was vom Lottogewinn.
Nur man sah plötzlich 3 neue Häuser entstehen.
Alle 3 wurden vermietet, sie selbst wohnten weiterhin im Elternhaus.
Angesprochen haben meine Eltern und ich die beiden öfters wo den der plötzliche Reichtum herkomme,
aber wir erhielten nie eine Antwort.
Ich persönlich war froh das es meinen Onkel finanziel besser ging,
er hatte ja nie viel Geld.
Er war jetzt einer der reichen im Dorf.
Im Gasthaus liess er sich es wohlergehen.

Aber lieber Leser sie werden mir zustimmen wenn ich hier schreibe
"Wenn es denn Menschen zu gut geht, dann kommt irgendetwas negatives"
oder "Den Menschen darf es nie zu gut gehn".
So war es auch in diesen Fall
+ Im Alter von 46 Jahren stellte man fest, dass mein Onkel an Krebs erkrankt sei.
Es folgten mehrere Operationen Krankenhausaufenthalte Bestrahlungen Notausgang usw.

im Alter von 47 Jahren starb er dann.
Das war sein Leben
- Arbeit - wenig Geld - Berufswechsel - kurzer Reichtum - Ende.
Ab diesen Zeitpunkt fuhr ich nicht mehr ins Altmühltal,
mit Irmi hatte ich persönlich kein sooo gutes Verhältnis.


Von Freunden erfuhr ich das bei der US Army Hilfskräfte gesucht werden.
Bei Manövern suchte man Helfer die das Essen ausgaben.
Dann suchte man noch Kegelaufsteller für die Kegelbahnen.
Automatische Kegelbahnen gabs damals noch nicht.
Also fuhr ich nach Fürth in die Kaserne und stellte mich vor.
Die Dame die im Büro sass, fragte mich bei meiner Vorstellung was ich den zur Zeit arbeiten würde
und was mein erlernter Beruf sei.
Als sie hörte das ich Maurer bin musste sie lachen
also Herr Hintervorderhuber,
na hörn sie mal begann sie, das ist doch nicht ihr Ernst.
Sie verdienen als Maurer gutes Geld.
Hier in der Armee als Hilfskraft bekommen sie wenig Lohn.
Doch ich bestand darauf das sie mich einstellte.
Nochmals verglich die Dame meinen Lohn und den Verdienst den ich dort bekommen würde
und sagte, überlegen sie sich bitte das ganze nochmals.
Da sah ich es doch ein und ich verabschiedete mich.


In den nächsten Wochen es war Herbst und es regnete den ganzen Tag, die Arbeit machte mir auch keinen Spass,
da verdrückte ich mich in eine Ecke
und sah durchs Fenster das Treiben unten auf der Strasse zu.
Alle 10 Minuten fuhr eine Strassenbahn vorbei.
Die haben eigentlich ein schlaues Leben dachte ich mir,
die fahren den ganzen Tag spazieren und bekommen noch Geld dafür.
Am kommenden Wochenende schaute ich mir den Schaffner mit dem ich in die Stadt zum einkaufen fuhr, genauer an.
Auf der Hinfahrt bestieg ich einen Strassenbahnwagen,
da musste der Schaffner noch durch den Wagen gehen um Fahrscheine zu verkaufen.
Die Uniform und die Mütze machten auf mich unheimlich Eindruck.
Die Nächste Haltestelle Lorenzkirche verkündtete er laut und deutlich.
Sowas dachte ich mir, dass wär was für dich Georg.
Auf der Nachhausefahrt stieg ich in einen sogenannten Grossraumwagen ein.
Da hatte der Schaffner einen Sitzplatz, er brauchte nicht mehr durch den Wagen laufen,
sondern die Fahrgäste kamen zu ihm um sich einen Fahrschein zu kaufen
oder um den Fahrschein abstempeln zu lassen.
Das erste was ich bemerkte war die saubere Uniform kein Härchen und kein Flecken war da zu sehen.
Am Pult seines Sitzplatzes befand sich ein Mikrofon
und da sagte er die Haltestellen an
"Nächste Haltestelle Willstrasse"
kam es laut und deutlich aus den Lautsprechern.
Die Türen öffnete und schloss er mittels Knopfdruck.
Der hats aber schön dachte ich mir immer wieder.

Da wollte es der Zufall das meine Mutter mit der Strassenbahn zum Arzt fuhr.
Als ich abends nach Hause kam erzählte sie mir ganz aufgeregt
dass die Städtischen Werke Strassenbahner suchen.
In den Strassenbahnwägen so berichtete sie, sind Aushänge angebracht.
Am nächsten Tag fuhr ich mit der Tram zur Baustelle.
Tatsächlich war da zu lesen

"Wir suchen ab sofort Strassenbahnfahrer und Schaffner".
Bewerbungen unter ...
da entschloss ich mich spontan das ich nicht zur Arbeit fahre,
sondern zur Verwaltung der Stadt um mich zu bewerben.
Sehr freundlich empfing man mich.
Ich musste ein paar Rechenaufgaben lösen und eine schriftliche Arbeit machen,
dann gab man mir einen Termin zum Werksarzt.
Der war am darauffolgenden Montag um 09:00 Uhr.
Jetzt war ich überglücklich ich fuhr mit der Tram zu meiner Arbeitsstelle
und sah mich schon als Schaffner mit einer schmucken Uniform.
Gegen Mittag erreichte ich die Baustelle verkündete stolz das ich kündigen werde
und teilte mein Werkzeug unter den Kollegen aus.
Alles umsonst für euch so sprach ich mit hocherhobener Stimme.
Meine Kollegen gratulierten mir zu meinen neuen Job
und freuten sich über mein Werkzeug das ich ihnen gratis überliess.
Am kommenden Wochenende feierte ich so richtig mit meinen Freunden
ich schmiss eine Lokalrunde nach der anderen.
Jedem der Anwesenden in meiner Stammkneipe erzählte ich,
dass ich bald ein Fahrkartenzwicker sei.
Am Sonntag abend hatte ich mir fest vorgenommen das ich bald nach Hause und ins Bett gehen würde,
da ich am nächsten Tag ausgeschlafen zum Arzt erscheinen wollte.
Aber man feierte meinen neuen Beruf so richtig und es muss wohl weit nach Mitternacht gewesen sein
als ich volltrunken nach Hause torkelte.
Punkt 06:00 Uhr weckte mich meine Mutter
Aufstehen rief sie Georg steh auf, heute musst du doch zum Doktor.
OOhhh mein Kopf als ich aufstehen wollte schmerzte mein Kopf fürchterlich
ein rasender Schmerz durchzuckte meinen Kopf.
Um Gottes willen dachte ich,
Georg
heute bist du aber noch müde. Dann schlief ich wieder ein.
Irgendwann holte mich meine Mama dann unsanft aus den Federn.
Laut rief sie Geeeooorg
Geeeooorg aufstehen.

Ich war wie gerädert sass erst ne Weile auf der Bettkante und ging mich dann waschen.
Dort liess ich eiskaltes Wasser über meinen Kopf laufen wusch mich
und dann musste ich auch schon los.
Bei der Betriebsärtzlichen Stelle angekommen, nahm ich im Wartezimmer Platz
Da war auch eine Frau die mich musterte und immer wieder sagte,
wie mein Sohn genau so ein Typ wie mein Sohn.
Zu diesen Zeitpunkt erklärte ich die alte noch für verrückt.
Später kam auch der Hausmeister ins Zimmer um nach den rechten zu sehen.
Die Dame und der Hausmeister musterten mich und schimpften über die Jugend von heute.
Aber das ganze nahm ich nicht so ernst.
Eines steht fest, ich muss furchtbar ausgesehen haben
übernächtig und dann der Restalkohohl.

Da ertönte eine Frauenstimme aus dem Lautsprecher Hintervorderhuber Georg bitteschön.
Die meinen mich sagte ich zu mir selber
und als ich aufstand da merkte ich noch ein bissl was vom Alkohol.
Ich klopfte artig an die Türe von der Frau Doktor, öffnete die Türe
und wollte gerade das Zimmer betreten als sie rief

STEHENBLEIBEN
ich stand still und dann sagte sie
Herr Hintervorderhuber sie haben Platt Senk und Spreizfüsse sie kann ich nicht gebrauchen.
Sofort widersprach ich ihr.
Das können sie ja gar nicht sehen konterte ich dagegen,
ich habe meine Schuhe noch an.
Ich bin Ärztin und ich sehe das erklärte sie mir.
Sie gehen jetzt zur Verwaltung und sagen dort, dass sie nicht tauglich sind.
Ich wollte noch was sagen aber da stand plötzlich der Hausmeister hinter mir
und der schupste mich aus dem Zimmer.

Unten angekommen war ich sehr endtäuscht.
Als erstes fuhr ich mit der Strassenbahn zur Verwaltung der Stadt
und dort erzählte ich, dass ich untauglich sei.
Dann ging ich auf die Toilette und sah zum erstenmal in einen Spiegel.
Der mich aus dem Spiegel entgegensah das war nicht ich,
dass war eine Alkohohlleiche ungekämmt unrasiert und grau im Gesicht.
Georg Georg dachte ich mir, dass nimmt mal ein schlimmes Ende mit dir.

Daraufhin fuhr ich zu meinen Maurermeister nahm die Kündigung wieder zurück,
zur damaligen Zeit war das überhaupt kein Problem.
Der Firmenchef freute sich das ich bei ihm blieb.
Dann ging ich zu meiner Arbeitsstelle und bettelte wieder mein Werkzeug zusammen.
Die Kollegen lachten und sagten, bei deinen Aussehen hättest du dich lieber mal als Friedhofsschaffner beworben,
dort hätten sie dich bestimmt genommen.
Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen.
Das Thema Fahrkartenzwicker war voerst mal vom Tisch.

Meine Eltern und ich, wir zogen in eine Villa in Erlenstegen.
Konrad hat gut verdient und so bauten wir diese Villa.
Mit 2 Maurer im Haus und etlichen Freunden am Bau war das keine allzugrosse Sache.
Als alles fertig war, fiel ich bei der Firma wo ich beschäftigt war vom Gerüst.
Mit Sanitäter fuhr man mich ins Krankenhaus Diagnose :

Gehirnerschütterung und der linke Oberarm war gebrochen.
Es folgten 2 Operationen. 8 Monate war ich krank.
In dieser Zeit stand für mich fest, ich suche mir einen neuen Job.


Man schrieb das Jahr 1963
als ich mich im Monat Mai abermals und diesmal nüchtern
sauber gekämmt und rasiert bei der Sadt als Schaffner bewarb.

Einige Zeit später zeigte ich meinen Eltern den Brief von der Stadt
in dem stand, dass ich die Stelle als Fahrkartenzwicker bekomme.
Im August fing ich dann an.

Ich fühlte mich wohl in der Uniform, kein Dreck kein Mörtel mehr,
ich war immer sauber angezogen ging oft zum Friseur,
liess die Uniform öfters reinigen, dass ich ja adrett aussah.

Meine Hauptstrecke war Erlenstegen - Hauptbahnhof - Südfriedhof.
Jetzt hatte ich endlich einen Beruf der mich total ausfüllte.
So ab und zu zwinckerte mir auch eine Frau mal zu,
ich gefiel den Damen und das baute mich so richtig auf.
Nur ich lief wenn mich ein weibliches Wesen ansprach
oder mal etwas tiefer in die Augen sah, hochrot an.

Ein Arbeitskollege, ein Strassenbahnfahrer namens Rainer, erzählte mir,
dass seine Tochter Karin die fast alle Tage als Fahrgast mit mir fuhr
von Erlenstegen zum Südfriedhof, dass die also Gefallen an mir gefunden hätte.
Sofort schoss mir die Schamröte wieder ins Gesicht,
daraufhin lachte der Fahrer so richtig herzhaft dann wurde ich noch röter.

An einen Sonntag besuchte ich eine Nachbarin im Krankenhaus.
Sie war ernstlich erkrankt und meine beiden Erzeuger baten mich dort hin zu gehen.
Ich staunte nicht schlecht als ich das Krankenzimmer betrat,
und dort auch meinen Arbeitskollegen Rainer mit seiner Tochter Karin sah
(die mich angeblich so attraktiv fand),
freundlich begrüssten mich die beiden und Karin strahlte über das ganze Gesicht.
Karin hatte eine traumhaft schöne Figur,
blauschwarze Haare und war eine wirkliche Schönheit.
Die Ehefrau von Rainer lag im selben Zimmer wo auch meine Nachbarin war,
Zufall oder Vorbestimmung hinterher taucht manchmal im Leben die Frage auf.
Auf jedenfall Karin und ich verabredeten uns (mit Zutun und Hilfe von Rainer)
für kommendes Wochenende da hatte ich zufällig frei.
Es war eine wunderschöne Zeit mit ihr, ich war zum erstenmal im Leben verliebt
ein wunderschönes traumhaftes Gefühl.

Ich liebte Karin überalles.

Da nahm mich ein Kollege mal zur Seite und er sagte zu mir
"Georg immer wenn du Nachtdienst hast dann geht deine Freundin mit dem und dem
(er nannte sie alle namentlich) fremd".
Ich sah ihn ungäubig an verstand momentan die Welt nicht mehr
und so allmählich begriff ich erst was dieser Kollege zu mir sagte.
Ich war entsetzt und wollte das überhaupt nicht glauben
meine Freundin mein ein und alles mein Liebling mein Stern sollte fremd gehen.
Neeiiin schrie ich ihn an das glaub ich dir nicht, dass ist doch alles erlogen.
Da nahm er mich mit zu meinen Dienstellenleiter,
auch der sagte Georg das stimmt.
Ich musste mich setzen mir war hundeelend eine Welt brach in mir zusammen.

Da sagte mein Chef,
mein lieber Hintervorderhuber am nächsten Samstag hättest du Nachtdienst,
ich gebe dir frei,
kurzfristig werde ich diesen Dienst einen anderen geben,
dann gehst du in die Gaststätte Zum ... und siehst dort selbst nach den rechten.
Die Tage bis zum Samstag wollten und wollten nicht vergehen,
ich sagte Karin am Telefon das ich etwas krank sei,
da wollte sie mich besuchen aber ich erklärte ihr das dies nicht nötig sei.

An dem besagten Samstag ging ich als es so langsam dunkel wurde,
zu der Gastsätte wo das ganze stattfinden sollte.
Ehrlich gesagt, ich konnte mir das nicht vorstellen,
mein geliebter Engel und andere Männer das ist doch absurd
sagte ich mir immer wieder.
Als ich gerade um die Ecke biegen wollte,
fuhr ein Auto langsam in Richtung Parkplatz der Gaststätte,
mich durchzuckten 1000 Blitze als ich im Auto meine Karin sitzen sah.
Ich konnte noch denken: gesehen hat sie dich nicht :
als im Fahrzeug mein Herzallerliebstes engumschlungen und heissküssend
mit einen fremden Mann zu Werke ging.
Ich kochte vor Wut wollte die Autotüre aufreissen
die beiden auseinandertreiben
aber ich hatte keine Kraft ich zitterte am ganzen Körper.
Tränen liefen mir übers Gesicht ich war fix und fertig.
Die Fensterscheiben im Auto begannen zu schwitzen man sah nichts mehr.
Ich setzte mich auf den Boden und ich weiss auch nicht mehr wie lange,
da ging die Autotüre auf und Karin und ein Mann kamen zum Vorschein,
laut und fröhlich lachend engumschlungen
gingen die beiden in die Kneipe.
Nach einiger Zeit folgte ich den beiden
und ich ergatterte einen Sitzplatz wo sie mit dem Rücken zu mir sassen.
Als erstes bestellte ich mir einen Schnaps, dann noch einen
und anschliessend begriff ich erst so richtig was da abging.
Als ich zu den beiden Verliebten rübersah wie sie turtelten da ging ich kurzentschlossen hin
und sagte zu Karin ADIOS AMIGOS das war alles.
Mit einen Ruck drehte sie sich mit dem Stuhl herum sie wurde kreidenbleich und stammelte DUUU. Das wars.

Lange lange Zeit brauchte ich um das ganze zu verarbeiten.
Sie fuhr auch nicht mehr mit der Strab von Erlenstegen zum Südfriedhof,
sie suchte sich wo anders eine Arbeitsstelle.
Rainer der Trambahnführer liess sich versetzten er fuhr dann Schweinau - Tiergarten.
Aber der konnte ja nichts dafür.


So vergingen die Jahre und die Zeit heilt die Wunden sagt man.
1972 zog ich dann von der elterlichen Wohnung in die Innenstadt.
Erstens war es nur ein Katzensprung vom Hauptbahnhof entfernt und zweitens wollte ich meine eigene Wohnung haben.
Das war am Anfang ein Gefühl ganz alleine eine Wohnung,
man konnte machen was man wollte, man war sein eigener Herr.
Zum Essen ging ich in die Kantine der Bahn
und im Haus war eine Waschküche darin standen eine Waschmaschine und eine Bügelmaschine.
Also alles gar kein Problem.
Aber wenn es dem Esel zu wohl geht dann geht er aufs Eis zum tanzen.
Das ist ein altes Sprichwort, in meinen Fall stimmte es.

An einen Pfingstsamstag sass ich in einen Lokal in der City
als plötzlich die Tür aufging und eine rothaarige Schönheit betrat den Raum ,
sie sah sich um und nachdem an meinen Tisch noch genügend Platz war,
setzte sie sich zu mir.
Wir unterhielten uns zuerst über belanglose Sachen ,
dann erzählte sie mir das sie seit kurzen geschieden sei
und daher auf Wohnungssuche ist.
Da fiel mir ein das in meinen Haus im 1. Stock eine 2 Zimmerwohnung frei wäre,
freudestrahlend sagte sie ich werde mir die Wohnung ansehen.
Nachdem wir ein paar Likörchen zusammengetrunken hatten
meinte sie das sie ausserhalb von Nürnberg wohne und noch einen weiten Nachhauseweg vor sich hätte.
Beim nächsten Likör sagte sie mir leise ins Ohr das sie Claudia heisst.
Artig und wohlerzogen stand ich auf und mit einer kleinen Verbeugung sagte ich
gestatten Georg Hintervorderhuber.
Da lachte sie so richtig herzhaft ihr üppiger Busen hüpfte rauf und runter,
denn den Namen Hintervorderhuber fand sie überaus lustig.
Wir blieben noch eine ganze Weile und dann gingen wir leicht beschwipst zu mir in die Wohnung.
Da wirst du auch bald wohnen in diesen Haus sagte ich.
Als erstes guckte sie aufs Namenschild ob den der lustige Hintervorderhuber auch drauf stand

(er stand)
Bei mir in der 1 Zimmerwohnung angekommen lachten wir und plötzlich, keiner wusste wie es so richtig geschah,
lagen wir in meinen Bett und knutschten und streichelten uns.
Claudia ich liebe dich hauchte ich in ihr Ohr
und sie hauchte Geeooorg mein Liebling.
Über Pfingsten hatte ich frei und die gesamten Feiertage verbrachten wir in der Wohnung.
Wir waren beide so richtig happy.
Claudia war nicht gross genaugesagt 1,50 m sie hatte eine üppige Figur
war also gutgenährt rund und gsund.
Ihre roten Haare waren echt wie ich mich selbst überzeugen konnte
und fast überall am Körper waren so süsse Sommersprossen.

Am Dienstag darauf stellte sich Claudia beim Hausherrn vor
und sie bekam die 2 Zimmerwohnung.

Georg meinte sie zieh doch zu mir in die Wohnung
dann bräuchten wir nur einmal Miete bezahlen.
Ich wurde beim Hausherrn vorstellig erklärte ihm die Lage
und auch er war der Meinung das ich zu Claudia ziehen sollte.
Warum auch nicht sagte ich zu mir selber,
aber jemand in meinen Hinterkopf warnte mich ,
nur wenn man verliebt ist, dann ... na ja.
Die ersten Jahre verliefen auch sehr schön und harmonisch wir waren beide glücklich.
Claudia arbeitete als Verkäuferin und sie schaute immer,
dass sie am gleichen Tag frei bekam wie ich.
So waren wir viel zusammen.

Beruflich ging es bei mir auch aufwärts
ich bewarb mich für den Fernverkehr bei der Deutschen Bundesbahn
und bekam die Stelle.

Von nun an war ich Beamter und fuhr nur noch grosse Strecken
ich war in ganz Deutschland unterwegs.
Claudia fuhr öfters mal mit,
aber dann machte ihr das ganze angeblich keinen Spass mehr.
Umso schöner wars dann
als ich nach ein paar Tagen wieder nach Hause kam.

Eines morgens als ich von der Schicht nach Hause kam
und ich die Wohnungstüre aufsperren wollte da steckte von innen der Schlüssel.
Ich läutete und rief Claudia aber Claudia hörte nichts ,
bis mir das ganze auf den Wecker ging und ich ein paar Runden ums Haus drehte.
Dann als ich wieder an der Tür war
empfing mich meine rothaarige Freundin schon ganz verzweifelt
um Gottes Willen Georg, ich hab heute nacht aus Versehen die Schlüssel steckenlassen.
Gerade bin ich aufgewacht und hab den Irrtum bemerkt.
Ich war froh das ich in der Wohnung war und in mein Bett konnte, ich war hundemüde.
Einen Verdacht habe ich nicht geschöpft das kann ja mal passieren.

Nur als sich das nach ein paar Wochen wiederholte
da war ich doch sehr misstrauisch.
Ich versuchte die Türe aufzusperren
und auch mein rufen und klopfen nützte nichts Claudia machte nicht auf.
Da ging ich im Treppenhaus ein Stockwerk höher und wartete dort,
denn so dachte ich mir, irgendwann kommt da bestimmt ein Mann raus.
Claudia geht fremd das waren meine Gedanken.
Nach relativ kurzer Zeit kamen meine Freundin und eine Frau die im 4. Stock des Hauses wohnte
pudelnackt zur Tür raus.
Sie küssten und befingerten sich.
Das war mir doch zuviel ich ging runter und stellte die beiden zur Rede.
Da stand doch wirklich das Fräulein Herbst und meine Geliebte nackt vor mir.
Das Fräulein Herbst versuchte nicht einmal ihre Scham und ihren mickrigen Hängebusen abzudecken,
ganz im Gegenteil ganz frech und herausforternd stand sie vor mir.
Claudia zog mich in die Wohnung und klärte mich auf.
Ich
so begann sie,
ich habe einen Hang zu lesbischen Frauen. Meine Ehe ging auch daran kaputt.
Also das war es wieder einmal.
Gerade ich musste Claudia kennenlernen.

ADIOS AMIGOS.

Nun wäre ich froh gewesen wenn ich meine 1 Zimmerwohnung noch gehabt hätte.
Georg du kannst hier in der Wohnung bleiben erklärte sie mir,
denn ich ziehe in den 4. Stock zu Fräulein Herbst.

Darauf ging ich zu meinen Hausarzt erzählte ihm die ganze Lage.
Er schickte mich zu einen Nervenarzt und der schrieb mich mal 14 Tage krank.
Ich konnte keinen klaren Gedanken mehr fassen, ich brauchte wirklich mal ne Pause.
Anschliessend fuhr ich in den Urlaub.

In einen Reisebüro buchte ich eine Busreise 14 Tage in den Bayrischen Wald.

Als ich dort an der Haltestelle des Urlaubsortes ausstieg empfing mich eine Dame,
die breiter war als hoch, mit einen Leiterwagen.
In Begleitung war ein etwa 10 jähriger Junge.
Grüss Gott rief sie ganz aufgeregt sind sie der Herr Hintervorderhuber.
Ich gab ihr zu verstehen das ich das bin.
Da strahlte sie übers ganze Gesicht und ihre Popobacken
die so gross waren wie ein 86er Fernsehbildschirm
die hüpften hin und her so als ob ein Erdbeben wär.
Daraufhin lud man meinen Koffer in den Leiterwagen der Junge musste ihn ziehen.
Wir haben noch einen kleinen Fussmarsch vor uns klärte sie mich auf,
deshalb hab ich den Josef dabei, damit er das Wagerl ziehen kann.
Wissns Herr Hintervorderhuber sagte sie im Dialekt,
ich hob bis jetzt nur ältere Herrn bekommen als Urlaubsgäste,
da bin ich ins Touristikamt und hab mich beschwert,
ich habe zu denen gsagt ich will mal einen jungen Feriengast.
Jetzt sind sie der erste junge.
Dann lachte sie lauthals und musterte mich wohlwollend von der Seite.
Sie war mit sich und der Welt zufrieden.
Unterdessen malte ich mir aus wie breit denn die Türen in ihren Haus wohl sein müssten
das sie ohne Mühe da durch kommt.

Inzwischen waren wir angekommen
sie zeigte mir mein Zimmer wo ich in den nächsten 14 Tagen wohnen werde.
Es war schlicht und einfach eingerichtet.
In den ersten Tagen versuchte ich als erstes das ich den alten Ballast vergessen konnte.
Diese Erlebnisse mit Karin und Claudia die musste ich vergessen,
dass war zwar leichter gesagt als getan
aber die fremde neue Umgebung die half so über manches drüber weg.
Die fette Pensionswirtin lachte gerne und das gefiel mir,
ihre lockere Art das Leben zu meistern das war bewundernswert.
An den Nachmittagen an denen ich zu Hause war, da verwöhnte sie mich mit Kaffee und Kuchen,
dass ist umsonst extra für sie dafür brauchen sie nichts zu bezahlen
sagte sie jedesmal.

Nachdem ich über eine Woche bei ihr zu Gast war,
sah ich braungebrannt und sehr gut erholt aus.
Eines abends wir sassen noch ein bisserl vorm Haus um zu lachen und ein Bierchen zu schlürfen
da sagte sie zu mir
"Herr Hintervorderhuber heute nacht könnens zu mir aufs Zimmer kommen,
ich sperr meine Zimmertüre nicht ab".
Sie war der festen Überzeugung das ich zu ihr kommen würde,
doch meine Erlebnisse bisher mit den Frauen die langten mir vorerst mal.
Ich kam also nicht in dieser Nacht zu ihr und auch nicht in den folgenden Nächten.
Am nächsten morgen machte sie ein Gesicht wie 10 Tage Regenwetter,
ich tat so als ob ich das gar nicht bemerken würde.
Sie war sauer weil ich nicht zu ihr kam.
Von diesen Zeitpunkt an zählte ich die Stunden bis zum Abschied,
ich bekam auch nachmittags keinen Kaffee und Kuchen mehr.
Als dann endlich der letzte Urlaubstag da war, da musste ich meinen Koffer alleine
ohne Josef und den Leiterwagen zur Bushaltestelle tragen.
Als ich in den Bus einstieg kam plötzlich ein Gewitter auf es blitze und donnerte.
Aha Georg dachte ich mir ,
einmal wenn du den Weibern ihren Wünschen nicht nach kommst
dann schimpft er schon der Petrus.

Zuhause angekommen entdeckte ich,
dass die Wohnung von Claudia und Fräulein Herbst leer stand.
Maler waren dabei die Wohnräume zu renovieren.
Die sind ausgezogen sagten mir die Arbeiter hier zieht in ein paar Tagen ein neuer Mieter ein.
Mir fiel ein Stein vom Herzen wenigstens sah ich die beiden nicht mehr.

In der nächsten Zeit nahm ich mal Abstand von den Frauen.
Ich investierte viel Zeit für meine Berufliche Fortbildung.
Wenn Personalmangel bestand dann machte ich Dienst an meinen freien Tagen,
ich musste unter Menschen den zuhause kam ich nur ins Grübeln.
Es hat mich also doch ganz schön erwischt,
die Enttäuschungen trafen mich tief im Herzen.
Besonders Claudia trauerte ich noch über Jahre nach.
Später meldete ich mich als Fahrdienstleiter.
Nach bestandener Prüfung machte ich nur noch normale Dienste von Montag - Freitag.

An einen Samstag fuhr ich nach Neuhaus an der Pegnitz um dort zu wandern.
Als ich aus dem Zug stieg, fiel einer Dame eine Einkaufstüte zu Boden.
Gut erzogen wie ich war hob ich die Tüte auf und gab sie ihr.
Wir schauten uns dabei in die Augen und da es bei uns beiden gefunkt und geblitzt.
Ich lud sie spontan in ein nahegelegenes Cafe ein und wir unterhielten uns sehr gut.
Sie hiess Eleonore und sie war sehr Christlich.
Eine viel zu kleine Brille sass auf ihrer Stupsnase.
Eleonore hatte eine schöne Figur blonde Haare und blaue Augen.
Sie hatte 2 mal unsagbares Glück in ihren Leben.
Zweimal ist sie den Tod von der Schaufel gesprungen, wie man so schön sagt.

Nach diesen Erlebnissen las sie viel in der Bibel und so hat sie zu Gott gefunden.
Man sah es in ihren Augen, die leuchteten und strahlten,
ihr inneres war ausgeglichen
sie wurde durch ihren Glauben an Gott ein anderer Mensch,
dass sagte sie öfters zu mir.

Nach diesen Treffen folgten mehrere.
Wir trafen uns also öfters und unterhielten uns über Gott und die Welt.
Als ich das erstemal bei bei ihr zu Hause war,
da kamen mir 2 Katzen entgegen die mich misstrauisch anguckten.
Das ist Mohr und Mohrli wurde ich aufgeklärt.
Diese beiden musterten mich die ganze Zeit als ob sie sagen wollten

"Aber der Herr im Haus das sind wir".

Sie wohnte in einen riesengrossen Bungolow
ihr verstorbener Mann war Regierungsbeamter.
Eleonore bat mich, ob ich nicht nach Neuhaus zu ihr ziehen könnte,
dann sparste deine Miete in deiner Wohnung.
(Das hatte ich irgendwo schon mal gehört)
Du machst doch keine Schicht mehr,
da könntest du doch alle Tage mit dem Zug nach Nürnberg fahren.
Hierzu muss ich noch sagen das Eleonore anders war wie meine beiden Vorgängerinnen.
Der Haushalt war picobello in Schuss und alles war sauber.
Sie konnte keiner Seele was zuleide tun.

Nach einen Monat zog ich für immer nach Neuhaus an der Pegnitz.
Wir verstanden uns sehr gut, sie hatte auch keine Kinder.




1999 verstarb auch Konrad mein Vater in einem Nürnberger Pflegeheim.

An dem Tag als mein Vater starb da war ich zu Besuch bei Bekannten.
Genau um 14:42 Uhr ging ein zischen durchs Wohnzimmer.
Wir rannten raus auf die Terrasse aber man sah nichts.
Komisch meinte dann Bernhard mein Bekannter und seine Frau,
da hat doch was laut gezischt.
Auch ich konnte das bestätigen.

Auf dem Nachhauseweg lief mir von links nach rechts eine Katze mit grünen Augen
über den Weg. Sie schaute mir direkt in die Augen.
Zuhause angekommen hörte ich mehrere Raben schreien.
Da spürte ich, da ist bestimmt jemand gestorben.
Ich war noch keine 5 minuten in der Wohnung als das Telefon läutete,
es war das Pflegeheim, dass mir mitteilte das mein Vater

Konrad Hintervorderhuber
verstorben sei.
Zeitpunkt des Todes 14:42 Uhr +
ob vielleicht doch nach unseren Ableben hier auf dieser Erde noch was...

Meine Mutter wohnt noch in der Villa in Erlenstegen.
Sie lebt jetzt das Leben ihrer Mutter.
Sie kann fast nicht mehr laufen und will immer zum Arzt,



Im Jahre 2000 wurde Georg Hintervorderhuber im Alter von 60 Jahren pensioniert.
Er verbrachte in der wunderschönen Landschaft von Neuhaus seinen Lebensabend
mit seiner Lebensgefährtin Eleonore.



Werte Leser, im Jahre 2001 kam Georg Hintervorderhuber in ein Krankenhaus.
er war zu dieser Zeit schon krebskrank.
Da er wusste das ich gern schreibe,
bat er mich seine Lebensgeschichte zu schreiben.
Am Tag vor seinen Ableben versprach ich ihm am Krankenbett
dass ich seine Memoiren schreiben werde.

Ich hoffe das Ihnen diese Geschichte gefallen hat.

Seniorchef Günter