Die Geschichte der Nürnberger U-1



Die Innenstadt-Bahnhöfe
Der Bahnhof Lorenzkirche


Etwa zeitgleich mit den U-Bahnbauarbeiten am Hauptbahnhof begann am 02.04.1974 - der unterirdische Schildvortrieb durch die südliche Altstadt.
Die befürchteten Probleme bei der Unterfahrung des Stadtgrabens am Handwerkerhof und des Königtorturmes konnten zur Zufriedenheit der Denkmalpfleger gelöst werden.
Die Arbeiten folgten im weiteren Verlauf der Trasse der Königstrasse. An der Klarakirche, einer mittelalterlichen Klosterkirche - (sie wurde am 16.03.1945 teilweise zerstört und von 1948-1953 wieder aufgebaut) Klarakirche
stiess man vor den Ostgiebel der Mauthalle, einem spätmittelalterlichen Getreidespeicher.
Mauthalle
Dann erreichte man die Lorenzkirche - zu deren Füssen der bedeutendste U-Bahnhof innerhalb der Altstadt entstehen sollte.
Nassauer Haus
Grösste Sorgfalt war beim Bau dieser U-Bahnstation angesagt, denn die Bahnhofsröhren mußten in

! 80 cm !
Abstand vom Fundament des Südturmes der Lorenzkirche vorbei vorgetrieben werden.
Lorenzkirche
So manchen Nürnberger Bürger war es nicht ganz wohl bei dem Gedanken, dass so nah an der Lorenzkirche die Bahnhofsröhren gebaut wurden.

Man machte sich bei der Planung damals schon Gedanken, wie könnte man nun einen U-Bahnhof mit einer Länge von ca. 200 m mitten im Zentrum der City, umgeben von den Baudenkmälem erbauen - und dies noch unter engsten räumlichen Verhältnissen ?

Zwei glückliche Umstände kamen den U-Bahnbauern zu Hilfe:

1. Wurde die Lorenzkirche auf einem massiven Felsrücken aus Sandstein erbaut, was einen bergmännischen Vortrieb der Bahnsteigröhren in der Spritzbetonbauweise ermöglichte.

2. Baulücken aus der Nachkriegszeit, auf der Rückseite des Nassauer Hauses liessen es zu einen �Auffahrschacht� zu errichten, von dem aus der bergmännische Vortrieb erfolgen konnte.

Dann wurde Karstadt mit 2 Unter und mehreren Obergeschossen so toll geplant und errichtet,
dass man weder von der Königstrasse noch von der Karolinenstrasse kommend ahnt,
welch grosses Kaufhaus sich hinter der tollen Aussenfassade verbirgt.
Die Aussenfassade passt sich wunderschön in die Altstadt ein.

Ein Lob den U-Bahnbauern, es ging alles gut.

Auf der Strecke vom Hauptbahnhof zur Lorenzkirche
ist kurz vor der Station Lorenkirche der tiefste Punkt der U1 die Züge fahren dort genau 25 m unter der Erde.
Karstadt und der Kaufhof bekamen einen direkten Zugang
Am Bahnsteig der Station Lorenzkirche werden indirekt Rosetten angestrahlt. Diese Rosetten sind eine Nachbildung der Orginale an der Westseite der Lorenzkirche.

Während des Krieges wurde die Lorenzkirche mehrerer Male durch Bomben getroffen. Bei Kriegsende war die Kirche eine Ruine. Ab 1946 wurde die Kirche wieder aufgebaut.

Der Bahnhof Weisser Turm

Der U - Bahnhof Weisser Turm ist der zweite Haltepunkt innerhalb der Altstadt.
Im Schnittpunkt der beiden Fußgängerzonenachsen Breite Gasse - Ludwigsplatz.
Man wollte diesen Bahnhof weil er den Abschluss der Altstadt darstellte
besonders teuer und nobel ausstatten aber man bewilligte diesen Ausbau nicht.
Als sehr gelungen finde ich persönlich die beiden direkten Zugänge vom Fussgängerverteilergeschoss zu 2 Modehäusern.

Der Weisse Turm, enstand in der Mitte des 13. Jahrhunderts, war Teil der vorletzten Stadtumwallung. Während der untere Teil desTurmes aus massiven Sandsteinquadern zusammengefügt wurde, besteht der obere Teil aus Backsteinen.
Weisser Turm
Aufgrund der örtlichen Situation kam wegen der eng angrenzenden Geschäftsbebauung, dem aufrecht zu erhaltenden Strassenbahnbetrieb - nur eine Lage des Bahnhofs direkt unter dem Weissen Turm in Frage, wobei man das Turmtor geschickt als U-Bahnhofszugang nutzte.

Die Strab Linie 1 fuhr bis zur Fertigstellung des Bahnhofs Plärrer, noch durch die Ludwigstrasse bis zum Weissen Turm.

Am 28. Januar 1978 11 Jahre nach Baugeginn steuerten die roten Pegnitzpfeile die Innenstadt an.

Der 28. Januar 1978 Einweihung der U-Bahn bis zum Weissen Turm.

Die U-Bahn hat die Altstadt erreicht.
Knapp sechs Jahre nach ihrer ersten Fahrt von Langwasser-Süd zur Bauernfeindstraße - steuert sie ihre wichtigsten Ziele an.

Ganz Nürnberg war auf den Beinen um ihre U-Bahn zu feiern.
Die allseits beliebte Strassenbahnkapelle der VAG spielte auf und sorgte für gute Stimmung.
Strassenbahnkapelle VAG

Die Strassenbahnlinien die durch die Innenstadt fuhren, verkehrten ab sofort über den Frauentorgraben oder endeten vom Plärrer herkommend am Weissen Turm.

Für die 14 Stationen von Langwasser Süd bis zum Weissen Turm benötigte man 17 Minuten.

In der guten alten Noris wurde eine Fussgängerzone geschaffen, die so weitläufig und schön geworden ist, das ich heute als alter Närnberger stolz bin, auf das, was da geschaffen wurde.
Nur manche Frauen sind am schimpfen und am jammern wenn sie mit ihren Stöckelschuhen über die Pflastersteine stolzieren.
Wenn ich in der warmen Jahreszeit vor einem Cafe sitze und meinen Cappuchino schlürfe , dann denk ich manchmal an die Zeit als hier noch die Strab und die Autos durchfuhren.
Es hat sich hier wirklich sehr positives entwickelt.
Vor dem Weissen Turm befindet sich ein Brunnen das Ehekarussel.
Professor Jürgen Weber aus Braunschweig schuf diesen Brunnen von 1977-1984 - nach einen Gedicht von Hans Sachs
"Das bittersüss ehlich Leben"
Ehekarusell
Der Marmor der dafür verwendet wurde stammt aus Portugal. Ich habe den mir 2 solcher Marmorstücke die als Abfall umherlagen, als Erinnerung mit nach Hause genommen.
Viele werden sich schon gefragt haben warum ausgerechnet dort ein Brunnen steht.
Des Rätsel Lösung : An dieser Stelle ist ein Luftschacht der U-Bahn -
und man suchte eine geeignete Abdeckung dieses Luftschachtes für den U-Bahntunnel. Man wollte nicht dass man in der Innenstadt einfach einen Schacht mit Gitter sieht.
Da die Pegnitzpfeile mit hoher Geschwindikeit fahren, treiben sie in den Einzelröhren sehr grosse Luftmassen vor sich her, dass die Luft nicht bei Einfahrt voll auf die Bahnsteige gelangt , baute man diese Luftschächte,damit die Luft entweichen kann.

Am 13.06.1977 begannnen dann die Bauarbeiten am Bahnhof Plärrer der einmal zum Kreuzungsbahnhof der U1 U2 und U3 wird.

Nuernberg Bayern-online
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